Teil eines Werkes 
4 (1913) Südwestafrika
Entstehung
Seite
56
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Zg Die Eingeborenen von Südwestasrika.

Es bleibt noch übrig, der Meeresbewohner zu gedenken. Von den Säugern der Küstengewässer sind vornehmlich die Pelzrobben von Wichtigkeit, die besonders am Kap Croß in größerer Zahl an Land gehen. L. Schultze, der die Fisch­arten der Küste untersucht hat, stellte ferner die Menge wert­voller Arten wissenschaftlich fest, während der ungeheure Reichtum an Seefischen schon lange eine allgemein bekannte Tatsache war.

Auf die Haustiere soll, wie auf die Kulturpflanzen, erst weiter unten eingegangen werden. Wir wenden uns daher gleich zu dem folgenden, die Eingebornen behandelnden Kapitel.

Die Eingeborenen von Südwestasrika.

Selten findet man selbst an den Grenzen verschiedener Rassen eine so große Anhäufung interessanter Völkerschaften wie in Südwestafrika. Zwar gehört der größte Teil feiner dunkelhäutigen Bewohner zu den Bantu, die Hauptmasse der hellfarbigen zu den Naman, aber zwischen diesen beiden einander ganz fernstehenden Elementen finden sich Restvölker und Mischungen, die, aus den verschiedensten Gründen, ebenso die Aufmerksamkeit des Kolouialforschers wie diejenige des Kolonialwirtes in Anspruch nehmen.

1. Die Ovambo. Am weitesten von den Einflüssen der deutschen Herrschaft entfernt liegen die Sitze der Ovambo und der ihnen benach­barten mittelafrikanischen Neger im Sambesigebiet. Beide gehören zu der großen Rasse der Bantu, die uns schon in Kamerun und namentlich in Ostnfrika begegnete. Indessen unterscheiden sich die Ovambo von den ebenfalls zu dieser Rasse gehörenden Ovaherero durch ihre ganze kulturelle und wirtschaftliche Stellung sehr erheblich. Die Stämme dieses Volkes, dessen Wohnsitze bis in die portugiesische Augola-