Die Bergdamara.
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Der Einfluß der Rheinischen Mission, so segensreich er an und für sich war, hätte allein schwerlich genügt, die Herero in ein der höheren Kultur sich fügendes Volk zu verwandeln. Das Zerschlagen ihrer Selbständigkeit, so sehr man es — irrtümlicherweise — auch in manchen unverständigen Kreisen Deutschlands, besonders in theologischen, bedauert hat, war die Vorbedingung für ihre Einfügung unter die wahrhaft nützlichen Bevölkerungselemente des Schutzgebietes. Wirtschaftlich haben sie dem Lande auch in den Tagen ihres größten Reichtums so gut wie gar keinen Nutzen gebracht, da sie ihre Rinder außer für Munition und Alkoholika nur höchst ungern verkauften und die riesigen Bestände zum größten Teil völlig zwecklos das Weideland abgrasten. Als Arbeitervolk dagegen werden sie bei richtiger Erziehung dereinst recht nützliche Glieder der tütigen Farbigen in Südwestafrika abgeben.
Wir find bei diesem Volke wie bei den meisten Farbigen des Südens in der günstigen Lage, statistische Unterlagen über ihre jetzige Zahl und Verteilung verwenden zu können, die ziemlich zuverlässig genannt werden dürfen. Rund 21000 Herero leben danach heute in: Schutzgebiet, die meisten im nördlichen Teile des Landes, während sie im Süden nur in ziemlich geringer Zahl verteilt sind.
An dieser Stelle mag erwähnt werden, daß innerhalb der Siedlungsgebiete auch die Zahl der als Arbeiter eingewanderten Ovambo im Jahre 1911 einschließlich der Frauen und Kinder auf 8700 festgestellt wurde.
3. Die Bergdamara. Neben den beiden eben geschilderten schwarzen Hauptvölkern finden wir noch ein drittes, wahrscheinlich am längsten innerhalb dieses Landes ansässiges Negervolk, das sich selbst als Haukoin bezeichnet und das unter den Europäern seit langem als das Volk der Bergdamara bekannt ist. Sie sind