Die Ovaherero.
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kolonie hineinreichen, sind despotischer regiert; sie treiben in ihrem regenreicheren Gebiet, wie schon erwähnt ist, einen bodenständigen Ackerbau und sie leben in großen, dorf- bzw. stadtartigen Gemeinschaften beisammen, was sich aus der Art ihrer Kultur von selbst ergibt. In Eisenbearbeitung und gewerblicher Kleinarbeit stehen sie ebenfalls den zentralafrikanischen Völkern näher als den Herero, und noch vor wenigen Jahren lieferte das Ambolcmd den Herero Messer und Eisenperlen und ähnliche Waren. Dagegen spielt die Viehzucht eine viel geringere Rolle als ehemals bei den Ovaherero, wie denn auch die von ihnen gehaltenen Rinder kleiner und weniger wertvoll waren als die Tiere ihrer südlichen Nachbarn.
Neuerdings findet bereits in größerem Umfange eine Art Sachsengängerei statt, indem Ovamboarbeiter nach Süden wandern, um in den verschiedenen Bergbaugebieten Arbeit zu nehmen. Doch bedarf diese Tätigkeit einer weitern Regelung, damit die in dem zahlreichen Volke brach liegende Arbeitskraft dem Siedlungsgebiet der Kolonie in größeren: Umfange zugute kommen kann. Viel ist hier von der verständnisvollen Mitarbeit der Mission zu hoffen, die, von finnischen Sendboten ausgeübt, seit langer Zeit unter dem Ovambo- volke tätig ist. Welchen wirtschaftlichen Wert man diesen nördlichen Bantu für das sonst so menschenarme Schutzgebiet zubilligen muß, das ergibt sich schon aus ihrer Zahl. Nimmt man doch neuerdings an, daß ihre mit 80000 geschätzte Menge derjenigen aller andern Farbigen im Schutzgebiet etwa gleichkommt.
2. Die Ovaherero. Wendet sich die Aufmerksamkeit des Kolonialpolitikers den Ovambo mehr wegen ihrer Bedeutung für die künftige Entwicklung des Schutzgebietes zu, so kommt zu der deu Ovaherero gewidmeten Beachtung noch ein gut Teil historischen Interesses. Dies Volk steht schon kulturell in scharfen: