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4 (1913) Südwestafrika
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Das Klima des Landes

wenn man diesen eigenartigen Behälter im Schatten dem Luftznge aussetzt.

Noch einer günstigen Wirkung der außerordentlichen Luft­trockenheit müssen wir an dieser Stelle gedenken. Das in den ersten Wochen der Regenzeit gereifte Gras würde genau wie bei uns den Einwirkungen der folgenden Trockenmonate er­liegen und allen Wert für die weidende Tierwelt einbüßen, wenn es nicht infolge der Dampfarmut der Atmosphäre sich unmittelbar nach dem Abschluß der Wachstumsperiode in eine Art Heu auf dem Halme verwandelte. Nur so vermag der Farmer in der Grassteppe ein Sparfeld für trockne Jahre zurückzubehalten, denn das im Vorjahre gewachsene Gras be­hält auf diese Weise seinen Nährwert noch für das folgende, ja unter Umständen für mehrere Jahre hintereinander.

Daß auch Fäulniserscheinuugen in einem so gearteten Klima etwas Seltenes sind, darf uns nicht wundernehmen. Daneben allerdings hat die Dampfarmut auch eine Reihe von Nachteilen zur Folge, die ebenfalls nicht unerwähnt bleiben dürfen. Namentlich der Haushalt wird von solchen betroffen, und es ist ganz besonders das schnelle und ausgiebige Aus­trocknen von hölzernen und ähnlichen Gegenständen, das den Ansiedlern und überhaupt den Weißen zu schaffen macht.

4. Bewölkung und Belichtung. Die Bewölkung im Innern beschränkt sich naturgemäß auf die wenigen Monate der Regenzeit. Im Winter ist namentlich im Norden und in den mittleren Teilen des Innern eine stärkere Bewölkung eine außerordentlich seltene Erscheinung, und in den Monaten der Trockenzeit können viele Wochen vergehen, ohne daß selbst eine noch so kleine Wolke sichtbar wird. Dabei ist der Himmel nicht einmal in den Regenmonaten trübe, und besonders in den Morgen- und Abendstunden zeichnet er sich selbst dann durch jene tiefe und reine Bläue