Teil eines Werkes 
4 (1913) Südwestafrika
Entstehung
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Das Klima des Landes.

mächtige Schichten sehr hochwertiger Marmorarten festge­stellt worden sind, so ergibt sich aus dem allein, daß das Schutzgebiet auch auf einem Gebiet reiche Hilfsquellen sein eigen nennt, dessen man nach der unbegründeten Schwär­merei der achtziger Jahre nur mit einer gewissen vorsichtigen Zurückhaltung Erwähnung zu tun pflegte.

Das Klima des Landes.

1. Die Temperatur.

Während wir im Innern des Landes wenigstens im Gange der Temperatur und des Regens eine gewisse Verwandtschaft selbst zwischen dem tropischen Norden und dem fernen Süden des Schutzgebietes bestehen sehen, bildet die Küste mit der Namib ein Klimagebiet von durchaus eigeuartiger Beschaffen­heit; sie muß deshalb auch gesondert von den Hochlandschaf­ten als eine selbständige Klimaprovinz behandelt werden.

Die westlichsten Striche der Kolonie unterliegen derWechsel- wirkung eines stark erhitzten Binnengebietes und eines un­gewöhnlich kalten Meeres. Die Folge dieser Lage ist einmal eine ungeheure Regenarmut, sodann aber und das gilt namentlich für den äußersten Westen das Auftreten sehr häufigen Nebels, der meist nur in den mittlern Tagesstunden weicht uud der während der Nacht auch die Namib in schwere feuchte Schleier hüllt. Zudem weht mit großer Regelmäßig­keit ein kühler südlicher bis südwestlicher Wind vom Meer auf das Land.

. Die Jahrestemperatur beträgt 1516°, der wärmste Monat hat ein ungefähres Mittel von 18°, der kühlste von 12 bis 13°. Trotz starker Bedeckung des Himmels und recht hoher Luftfeuchtigkeit kommt es nur äußerst selten einmal zu einem meßbaren Niederschlag, und man geht nicht fehl, wenn man dies Küstenland zu den trockensten Gegenden der Erde zählt.