Teil eines Werkes 
4 (1913) Südwestafrika
Entstehung
Seite
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Mineralische Vorkommnisse.

35.

Nordwesten des Schutzgebietes hervorgerufen wird. Kurz, das Land ist keineswegs wasserärmer als manche verhältnis­mäßig kultivierte Landschaft im Grenzgebiet der Sahara oder als viele, wirtschaftlich leistungsfähige Striche der inne­ren Kapkolonie. Immer aber sind es die Flüsse, auf deren Verhalten in Wasserfüllung und Häufigkeit des Fließens die kolonisierenden Kreise den größten Wert legen sollten.

Mineralische Vorkommnisse.

Keines unsrer Schutzgebiete ist nach unsrer jetzigen Kennt­nis so reich an wertvollen Mineralien wie Südwestafrika. Während Kupfererze nn den verschiedensten Stellen nament­lich in der Nordhälfte des Landes vorkommen, in dein Haupt­gebiet ihrer Verbreitung, der Otavilaudschaft, mit Bleierzen vergesellschaftet und dort mit diesen zusammen auch schon in größerem Umfange bergmännisch ausgebeutet werden, ist der Süden im Besitz eines Minerals, dessen Auffinduug im Jahre 1908 die wirtschaftliche Entwicklung des Namalandes und der ganzen Kolonie außerordentlich stark beeinflußt hat. Es sind dies die Diamanten, die hier gerade in dem ödesten, vollkommen wüsten Striche des Schutzgebietes, inmitten der Namib, an verschiedenen, in der Nähe von Lüderitzbucht ge­legenen Stellen entdeckt wurden. Die Lagerstätten liefern zwar vorwiegend kleine, im übrigen aber vorzügliche Steine in großer Menge. Ihr Auftreten ist aber sekuudär, d. h. sie sind auf irgendeine Weise von ihrer ursprünglichen Entste­hungsstelle erst in die Lager gelangt, in denen sie sich jetzt zusammeugehäuft finden. Demnach unterscheidet sich die Art ihres Auftretens an den bisher in Betrieb genommenen Stellen durchaus von derjenigen im Gebiet der bekannten Diamantfelder von Kimberley im britischen Südafrika.

Bedenkt man, daß neuerdings auch ausgedehnte Lager von Zinnerzen und im Westen des südlichen Hererolnndes

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