Teil eines Werkes 
4 (1913) Südwestafrika
Entstehung
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Die Küste und ihre Landungsstellen.

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Der Aufbau des Landes.

1. Die Küste und ihre Landungsstellen. Südwestafrika bildet einen Teil des großen südafrika­nischen Hochlandes, für das im allgemeinen eine sehr geringe Entwicklung des Tieflandes bezeichnend ist. In unserm Schutzgebiet ist dieser Charakterzug des ganzen sehr deutlich ausgeprägt; nur in unmittelbarer Nachbarschaft des Meeres sinkt das Land unter die Höhenlinie von 200 Metern herab, auf welche die nächsthöhere, bis zu 500 Meter reichende Stufe noch ohne sonderliche Verschiedenheiten der großen Umriß­linien folgt.

Die Küste selbst ist das ödeste, menschenärmste Gebiet, das man in den überseeischen Besitzungen des Reiches kennt. Nur an wenigen Stellen finden wir überhaupt Siedlungen. Teils felsig, zumeist aber von Sanddünen gefolgt, zieht sich dieser Streifen vom Kunene bis über die die deutsche Grenze bildende Oranjemündung nach Süden, die einzige Land­schaft auf der Südhalbkugel, in welcher der Besucher in Wahr­heit die ganze Eigenart der Wüste vorfindet. Höchste Regen­armut, spärlichster Pflanzenwuchs und eine Fülle vielfach zu gewaltigen Dünenwällen aufgetürmten Sandes vereinigen sich mit den häufigen Nebeln des kalten Küstenmeeres zu einem höchst eigenartigen Bilde. Das einzige was ursprüng­liches Leben in dieses bringt, sind Scharen von Seevögeln, die namentlich an der Lagune der britischen Walfischbaien­klave den flachen Strand in ungezählten Massen bevölkern und deren Tätigkeit an manchen Stellen auch der das Fels- geklipp überziehende Guano verrät.

Es ist klar, daß dieses auch noch durch unsichtige Luft aus­gezeichnete Küstenland nur wenige Stellen besitzt, die ein Fahrzeug zu längerem Verweilen veranlassen können. Dem parallel zu den Meeresufern erfolgenden Streichen der das