Teil eines Werkes 
4 (1913) Südwestafrika
Entstehung
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Der Aufbau des Landes.

die wir als das Bezeichnende an den Urgesteinshöhen des Hererolandes kennen lernten, erblicken wie hier mehr oder weniger ausgedehnte Tafelländer, die den Eindruck von Ge­birgen hauptsächlich vom Tale aus hervorrufen, während die Hochfläche zumeist wieder einem ziemlich ebenen Lande gleicht. Ihre Zusammensetzung aus jüngeren Gesteinen entspricht ebenfalls nicht mehr derjenigen der Gebirge des Nordens, von dessen ausgedehnteren Erhebungen nur das Waterbergmassiv an diese Landschaften erinnert.

Bezeichnend für den Süden ist endlich die Abnahme der Meereshöhen. Diese vollzieht sich aber, dem Bau des Laudes entsprechend, abermals mehr in nvrdsüdlicher als in irgend­einer andern Richtung. So erreicht z. B. die von Lüderitzbucht nach Keetmanshoop führende Bahn schon 100 Km von der Küste entfernt eine Höhe, die wir, dem Swakobtale folgend, im Hererolande erst in 250 Km geradliniger Entfernung vom Meere ersteigen. Andrerseits siukt die Höhe der von den Gebirgstafeln überragten Sockelebenen im Osten schon un­mittelbar südlich vom 24. Grad südl. Br. auf etwa 1200 m herab; südlich vom 26. Breitengrade haben die Flußtäler bereits nicht mehr als 9001000 m, bis schließlich die letzten nach dem tief eingeschnittenen Tal der Oranje auslaufeuden Hochflächen nur mehr 500600 m mittlerer Höhe besitzen.

Quellen und Flüsse. Man kann nicht gut den Gebirgsbau des Landes betrachten, ohne schon bei dieser Gelegenheit einen Blick auf die Riunen zu werfen, die, hier als Riviere bezeichnet, die Stelle uuserer Flüsse einnehmen. Da diese ganz wie die Wadis Nordafrikas hier vorwiegend die Rolle von Ablaufriunen für das zu Boden gelangte Regenwasser spielen, ohne durch große Gruud- wassermengen auf einer bestimmten Höhe gehalten zu werden, so geht schon daraus hervor, daß die vielenFontein" ge-