Das Hereroland.
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irgend ein Punkt weit von der zwischen 1000 und 1100 m liegenden Höhenschicht entfernt.
In einer so flachen Landschaft vermochten auch die Flüsse keine wesentlichen Unterschiede in der Entwicklung des Landes hervorzubringen. Abgesehen vom nordwestlichen Grenzflusse, dem Kunene, bildet keiner von ihnen ein eigentliches Tal. Selbst der Okavango hat an der Stelle seines Unterlaufes, an der er den sogenannten Caprivizipfel durchströmt, ein Gefalle von nur wenigen Zentimetern auf das Kilometer Lauflänge. So ist es nicht weiter verwunderlich, daß sich an den dieser östlichsten Landschaft angehörenden Wasserläufen ausgedehnte Sumpfstrecken finden.
Die vergleichsweise geringe Höhe und die ziemlich nördliche Lage des Ovambolcmdes und seiner östlichen Fortsetzung bedingen ein Klima, das bereits alle Charakterzüge tropischer Verhältnisse aufweist. Somit ist schon aus diesem Grunde eine Trennung dieser Ebenen von dem übrigen Schutzgebiet geboten; für die eigentliche Besiedlung, d.h. in diesem Falle für eine Seßhaftmachung weißer Ansiedler, kommt es vorläufig überhaupt nicht in Betracht.
4. Das Hereroland. Ist somit das Interesse, das uns die eben besprochene Landschaft abnötigt, nur durch seine etwas äußerliche Zugehörigkeit zu den außertropischen Teilen des Schutzgebietes bedingt, so erregen die im Süden angrenzenden Hochgebiete unsre Aufmerksamkeit nicht allein durch ihre wirtschaftliche Bedeutung für uns, sondern auch durch ihren äußeren Aufriß, der ihnen nicht allein eine größere Mannigfaltigkeit in oro- graphischer Hinsicht, sondern auch mancherlei landschaftliche Reize verleiht, die man nach den kartographischen Darstellungen früherer Zeiten in diesen Gegenden nicht vermutete. Die Eintönigkeit der älteren Kartenbilder ist längst neueren,