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Der Aufbau des Landes
Da der Norden größere Regenflüsse zum Meer sendet, sind solche Striche dort nicht so selten, wie im Süden, wo der Bau des Landes die Entstehung größerer ostwestlich gerichteter Täler verhinderte. Zwar versinkt auch dort das von kleineren, vom innern Hochlande kommenden Talrinnen wie des Tsauchab und des Tsondab mitgeführte Wasser im Sande. Indessen ist seine Menge offenbar zu gering, um die Entstehung größerer Oasen innerhalb der gerade hier sehr breiten Sandwüsten der Namib zu begünstigen, wie dies wenigstens für die genannten Regenflüsse entgegen früheren Anschauungen ziemlich einwandfrei nachgewiesen ist.
3. Das Gebiet nördlich von 19° südl. Br.
Im folgenden sollen die drei Hauptlandschaften des Innern nach ihrem Aufbau behandelt werden. Auf die großen Verschiedenheiten im einzelnen, die wir innerhalb dieser Landschaften kennen lernen werden, ist dabei weniger zu achten als auf die wirtschaftliche Selbständigkeit dieser Gebiete, die zugleich die drei historischen Teile des Schutzgebietes bilden. Selbstverständlich kann eine solche Einteilung nicht allein auf die orographischen Unterschiede gegründet werden.
Hier, im nördlichsten Gebiet, kann man dies indessen durchführen. Denn abgesehen vom äußersten, zum Kaokofeld gehörigen Westen ist das ganze Land eine ausgesprochene Ebene, die diesen Charakter auch in ihrer Bodenbedeckung zum Ausdruck bringt. Denn sie wird von denselben jugendlichen Sanden bedeckt, welche das flache BeckenderKalaharisteppenüberziehen, und nur in der Umgebung der großen Etoschapfanne, einer salzhaltigen, nur zeitweilig mit Wasser gefüllten Lagune findet sich auf größere Entfernung hin kalkiges Gestein. Die Meereshöhe dieses Gebiets, das wir als Amboland bezeichnen können, obwohl die Wohnsitze der Ovambo keineswegs das Ganze einnehmen, wechselt so wenig, daß sich kaum