Teil eines Werkes 
4 (1913) Südwestafrika
Entstehung
Seite
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Das Uvcrgangsgelnet der Namib.

einer neuen eisernen Landungsbrücke diesen Schwierigkeiten erfolgreich begegnen zu können.

Die Nordküste besitzt bis jetzt keinen Anlegeplatz von Be­deutung. Denn der zeitweilige Verkehr, den die Guanolager am Kap Croß hervorgerufen hatten, ist zu unbedeutend, um neben der Schiffsbewegung der vorher erwähnten Haupt­landungsplätze genannt zu werden.

2. Das Übergangsgebiet der Namib.

Die unmittelbar auf die Küste folgende Landschaft, ge­wöhnlich mit einem hottentottischen Namen als Namib be­zeichnet, ist wie die unmittelbar an das Meer grenzenden Striche ebenfalls vollständige Wüste. Mit Dünen erfüllte Gebiete wechseln mit von Flugsand oder von Geröll über­deckten Flächen und ausgedehnten Gebieten, die von einem hartem Lehm ähnelnden Boden bedeckt sind. Einzelne Rundhügel und Kuppeu, die aus diesen Flächen indessen zu keiner großen Höhe hervorragen, tragen noch keineswegs den Charakter von Gebirgen, lassen aber den granitischen Grundstock des hier beginnenden höhern Landes erkennen.

Im ganzen ist die Namib außer im mittlern Teile des Schutzgebietes noch wenig bekannt und wären nicht gerade in ihrem Gebiet Diamanten gefunden worden, so würde sie außerhalb der Landungsstellen kaum von andern Menschen als einigen jagenden und fischenden Nnman bewohnt sein. Alles Leben in diesem Wüstenstreifen aber ist an die Senken der nur sehr selten mit Wasser gefüllten Regenflüsse ge­bunden, die indessen unter dem Sande recht beträchtliche Wassermassen dem Meere zuführen. Auf diesen beruht sowohl die hottentottische Siedlung in den Dünen von Wal­fischbai wie auch das Dasein der langgestreckten Streifen kräftigeren Pflanzenwuchses, denen wir an diesen Trocken­betten begegnen.