Die neuere Zeit.
39. Überblick.
Drei Jahrhunderte liegen zwischen der Entdeckung Amerikas und der Französischen Revolution. Sie haben neben der alten jenseits des Ozeans eine neue europäische Welt geschaffen. Die gleichen Sprachen, Sitten und Anschauungen waren diesseits und jenseits der Meere heimisch geworden; niemals zuvor hatte fortschreitende Ausbreitung von Volks- tum und Religion so gewaltige Räume umspannt. Zwar standen noch weite Gebiete so gut wie vollständig außerhalb des europäischen Einflusses. In die australische Welt hatte er gerade seine ersten Fühler hiueingestreckt; der Osten Asiens und der Kern der muselmännischen Welt waren von ihm nur ganz oberflächlich berührt, und die zukunftsreiche Nordhälfte "der amerikanischen Westküste harrte noch auf Erschließung durch ihn. Auch hatte sich der Europäer nur an wenigen Stellen des Bodens wirklich bemächtigt, im Grunde genommen nur in den eben selbständig gewordenen Gebieten der Union, in einigen Teilen von Kanada uud Südafrika. Aber trotzdem war klar, daß der Europäer zum Herrn der Meere und damit der Welt bestimmt sei; seine kolonisatorische Tätigkeit hatte jede andere in Schatten gestellt.
Die überseeischen Ausgaben hatten mächtig zurückgewirkt auf den alten Erdteil. Sie hatten seine Völker zu erhöhter Tätigkeit angespornt, Kräfte in ihnen geweckt, die bisher geschlummert hatten. Gleichzeitig mit der Aufschließung der Meere und der Welt vollzieht sich in den europäischen Staaten eine fühlbare Wandlung des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens. Produktion und Bevölkerung mehren sich; Verkehr und Geldumlauf wachsen rasch, besonders in den Ländern, die den nördlichen Meeren zugewandt sind, von den Pyrenäen bis zum Bosnischen Busen. Besonders aber gewinnen wirtschaftliche Produktions- und Verkehrsfragen einen steigenden