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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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III. Abschnitt.

Die neuere Zeit bis zu den Revolutions­und Napoleonischen Kriegen.

21. Die Erdtcnntnis.

Die großartigen kolonialen Erfolge der sogenannten Ent­deckungszeit beruhen auf der Ausbreitung des geographischen Wissens; sie sind nicht zu verstehen, wenn man sich diese nicht vergegenwärtigt.

Auch auf dein Gebiete der Erdkenntnis bedeutet der Untergang des römischen Reichs einen Rückschritt. Es hat Jahrhunderte gedauert, bevor der Stand des antiken Wissens in einheitlicher Gesamtkenntnis wieder erreicht wurde. Er ist aber doch im Mittelalter auch erweitert worden, einerseits durch die Normannen nach Norden hin, andererseits durch die Araber, deren Herrschast sich vom Atlantischen Ozean bis zu deu Quellen des Amu und Syr erstreckte. Erst gegen Ende des Mittelalters sind die beiden Wissenskreise zusammengeflossen. Sehr förderlich war die Errichtung des Mongolenreichs zu Ausang des 13. Jahrhunderts. Seine Herrscher haben sich den Fremden nicht feindlich erwiesen. Abendländische Gesandt­schaften erreichten das goldene Kaiserzelt am Nordrande der Wüste Gobi; Vertreter von Handelshäusern durchstreiften weite Gebiete von Vorder- und Mittelasien. Am bekanntesten wurden die Berichte des Venezianers Marco Polo, der seinen Vater Niccolo und seineu Oheim Massiv von 1271 ab auf einer 24jührigen Reise begleitete, China und den Stillen Ozean erreichte uud auf dem Seewege über Indien heim­kehrte. Er brachte Kunde von der großen Handelsstadt Ouinsay