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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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Dic ncucrc Zeit,

37. Afrika.

Derdunkle" Kontinent ist unter den Erdteilen zweifellos der nächste Nachbar Europas, Denn wenn Asien auch mit uns landfest ist, so ist es doch, abgesehen von Kleinasien, durch weite, unwirtliche Landstriche von uns getrennt, Landstriche, die wohl Durchzugsgebiete eindringender Völker, nie aber Verkehrsbrücken gewesen sind, es auch heute noch nicht sind und trotz der sibirischen Bahn kaum je sein werden. Das Mittelmeer aber ist ein verbindender weitmehr als ein trennender Faktor, Wenn trotzdem erst im 19. Jahrhundert in Europa die Kenntnis von Afrika wieder erreicht wurde, die aller Wahrscheinlichkeit nach schon das Altertum besessen hat, so liegt der Grund einerseits im Auftreten des Mohcnn- medanismus, andererseits in den geographischen Eigentüm­lichkeiten des Erdteils, der kompakten Geschlossenheit, der Un­zugänglichkeit seines Innern aus Mangel an schiffbaren Wasseradern, der Unwirtlichkeit eines großen Teiles seiner Küsten und vor allem der Sahara, der großen Wüste, die in unmittelbaren: Anschluß an das Niltal und den srühbelebten Nordrand die volle Hälfte der nördlichen Masse des Erdteils ausfüllt. In unseren Tagen ist Afrika der Brennpunkt der Kolonialfragen geworden; bis ins 19. Jahrhundert ward nie ein ernstlicher Versuch gemacht, in diesem Erdteil größere Gebiete für europäische Siedlung zu gewinnen.

Neben und zum Teil vor den Portugiesen haben Genüssen, Franzosen und Spanier Fahrten südwärts und westwärts über die Straße von Gibraltar hinaus unternommen, die Küste von Marokko erkundet, Madeira und Porto Santo, die Azoren und die Kanarischen Inseln entdeckt; letztere sind spanisch, die übrigen Inseln portugiesisch geworden. Noch ehe das Kap erreicht wurde, haben die Portugiesen Posten an der Goldküste, da wo jetzt Elmina liegt, und in Nieder-Guinea