Print 
Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
Place and Date of Creation
Page
80
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

5l>

Die neuere Zeit.

Waren in ihrem Ursprungslands zu suchen. Es erschien lohnender, den Portugiesen auf den eigenen Wegen zu folgen, als nach der nordwestlichen oder nordöstlichen Durchfahrt zu forschen.

35. Die Niederländer in Ostindien.

Die Niederländer waren von Lissabon aus die Haupt­vertreiber der ostindischen, überhaupt der überseeischen Waren in Europa gewesen, die Nachfolger der Venezianer und Genüssen. Portugiesen und Spanier hatten sich damit wenig oder gar nicht befaßt. Antwerpen und, nachdem dieses 1585 von den Spaniern erobert worden war, Amsterdam war der Stapelplatz dieses Handels. 1594 bildete sich dort in der in den Niederlanden üblichen Form für größere Handelsunter­nehmungen eine MÄstsLbsppis van vsrrs, Gesellschaft sür den Fernhandel, die sich die Aufgabe stellte, nach Ostindien zu handeln. Gerade im genannten Jahre waren in Lissabon 50 niederländische Schiffe weggenommen worden, die im Ver­trauen auf die bisherige lässige Durchführung des Verbots sich dorthin gewagt hatten. Die gleichzeitige Erschwerung des Salzhandels, der im Laufe des 16. Jahrhunderts seinen Schwerpunkt von der sranzösischen nach der spanisch-Portu­giesischen Küste verlegt hatte, nötigte ohnehin, das unent­behrliche Produkt weiter südwärts, an der Guineaküste, zu suchen. Die Portugiesen wollten die neue Fahrt hindern, aber die Generalstaaten gaben der Gesellschaft das Recht, Ge­walt mit Gewalt zu vertreiben. Auch ohne diese Instruktion würde es daran nicht gefehlt haben. 1609 schrieb der 26jährige Hugo Grotius seine Schrift: Nars lidsi'um sivs 6s ^jurs czuoct Lstsvis eompstit acl In6ieanÄ eommörois (Das freie Meer oder über das Recht, das die Niederländer am indischen Handel haben) und verkündete die völlige Nichtigkeit der Päpst­lichen und spanisch-Portugiesischen Ansprüche, die Welt teilen