Englische Handelspolitik.
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nicht als Verpflichtung angesehen wissen. Man hat den Satz aufgestellt: IZn^lisN laws clo not rsaelr ^insrioa (Englische Gesetze haben keine Geltung für Amerika). In den Neu- England-Staaten ward der Gedanke der Loslösung vom Mutterlande geboren, und in den Ordnungen, die sich diese Staaten gaben, haben die „Menschenrechte" ihren Ursprung genommen, die mit der Französischen Revolution ihren Umzug durch die Welt begannen.
31. Englische Handelspolitik.
Durch das ganze 15. Jahrhundert läßt sich das Drängen des englischen Kaufmanns- und Schifserstandes auf planmäßige Einschränkung des fremden Handels und Hebung des eigenen verfolgen. Seit dem Beginn des Tudorregiments (1485) wird die auswärtige Politik wesentlich unter diesem Gesichtspunkt geführt. Der Verlust von Calais, der mit dem Regierungsantritt der Elisabeth in das gleiche Jahr fällt, hat den Bemühungen, festländischen Besitz zu erwerben, ein Ende gemacht. Ziele englischer Politik sind seitdem Seegeltuug, Handelsbetrieb und Kolonialerwerb gewesen, mit einer Stetigkeit, die kein absolutistisch regierter Staat erreicht hat. Die mit fremden Staaten geschlossenen Verträge sind von diesen Absichten diktiert, die heimische Gesetzgebung wird von ihnen geleitet. Sie dient in den nächsten Jcchrhuuderten dem strengsten Merkantilismus: Hebung der Ausfuhr über die Einfuhr, Beschräukuug dieser auf Rohprodukte, die mit Jndustrieerzeug- nissen zn zahlen sind, Einfuhr von Edelmetallen für den Überschuß. Es wird heute von keinem Kundigen mehr bestritten, daß ohne die strenge Prohibition Englands Handel nie das Übergewicht erlangt hätte, dessen er sich im 19. Jahrhundert erfreute uud das er heute noch inne hat. Das System schonte aber auch die Kolonien nicht.