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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
Entstehung
Seite
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Englische Art der Kolonialgründung.

nicht entziehen sollen", heißt es im ersten sür englische Siedler ausgestellten königlichen Privileg. So hat der Engländer auch dort in der Verwaltung der eigenen Angelegenheiten nach hei­mischer Art Stellung genommen neben den Vertretern der Re­gierung iu gewählten Körperschaften, gleichsam in neuen Parla­menten. Die Interessen der Kolonien fanden ihre Wortführer, auch gegen das Mutterland und sein Parlament, im Notfalle auch ihre Verfechter mit der Waffe. So hat englische Kolonial­politik neben dem eigenen Staatswesen andere gleichartige geschaffen, die, wie das Mutterland, getragen waren von dem Geiste der Freiheit und Selbstbestimmung. In dem einen Falle hat dieser Geist sich gegen das Mutterland selbst gewandt; aber auch nur in dem einen. Die Lehre hat genügt, der weite­ren Entwicklung die Wege zu weiseu. Wo später Jnteressen- konflikte entstanden sind und es waren darunter solche von größerer Schärfe uud Bedeutung als die, welche einst die Loslösung der Union zur Folge hatten, hat man verstanden, sie auszugleichen; völlig aufgehört haben sie nie. Die Bande zwischen Mutterland und Kolonien (natürlich kommen hier nur diejenigen in Frage, in denen Engländer den Grundstock der Bevölkerung bilden) sind dadurch gelockert worden, aber nirgends wieder völlig gelöst. Die Verbindung besteht mit beiderseitiger Rücksichtnahme, aber zu beiderseitigen: Vorteil. Es ist, soweit bis jetzt geurteilt werden kann, doch diejenige Form der Kolonialpolitik, die das Höchste erreicht, was über­haupt erreicht werden kann, die Bildung selbständiger Kultur­zentren, die sich in allen höheren Lebensidealen mit dem Mutterlande eins fühlen und sich im Kampf um sie freiwillig au seine Seite stellen.

30. Englische Art der Kvlonialgründnng.

Die englischen Ausiedlungsversuche in Nordamerika be­ginnen unter Königin Elisabeth, unter der ja überhaupt die

Schäfcr, Kolmnalsikschichtc, 5