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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
Entstehung
Seite
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Die neuere Zeit.

kannter Leichtigkeit verschaffen konnte. Gleich die Fahrt des Vasco da Gmna warf daher einen bedeutenden Gewinn ab, während des Kolumbus reger Erwerbssinn sich an der gänz­lichen Ertraglosigkeit seiner Reisen aufrieb. Den Unterschied merkten die Spanier, als von den fünf Schiffen des Magellan eins mit einer Gewürzladung von den Molukken heimkehrte. Man hatte dort fünf Zentner um zwei Dukaten gekauft; in London kostete der Zentner 336 Dukaten. Daß der Markt für indische und orientalische Waren sich infolge der Auf­findung des Seewegs von Venedig und Genua nach Lissabon verlegte, war ein unmittelbarer und reicher Gewinn, den Portugal einheimste. Die Spanier konnten ihre Kolonien nur in langsamer Entwicklung ertragreich machen, und dazu fehlten ihnen die Eigenschaften.

23. Spanische Kolonisation.

Auf der ersten Überfahrt des Kolumbus hatte der in mehr als einer Beziehung tüchtigere Pinzon geraten, sich auf der Breite der Kanarischen Inseln zu halten; man wäre dann nach Florida statt nach den Bahama-Jnseln gekommen. Hum­boldt hat daran die Bemerkung geknüpft, daß in diesem Falle die Spanier, nicht die Engländer Nord-Amerika besiedelt haben würden. Wie in ähnlichen, so muß auch in diesem Falle bestritten werden, daß der Gang der Weltgeschichte von solchen Zufälligkeiten abhängig ist. Der Sinn der spanischen Ent­decker und Eroberer, der Conquistadores, war auf unmittel­bare Ausbeutung, auf indische Schätze, auf Gold und Silber gerichtet. Zcur langsam hat man sich umdenken und den Ver­hältnissen anpassen können. In den ersten 3V Jahren, vor dem mexikanischen Unternehmen, ist der Klagen über die völlige Wertlosigkeit der neuen Erwerbungen kein Ende gewesen. Dann wurde man Herr der Schätze von Mexiko und Peru.