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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
Entstehung
Seite
40
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Das Mittelalter,

Nationen, im allgemeinen um so dichter und stattlicher, je näher dem heimischen Bolkstum. Sie sind wichtige Kultur- trüger geworden, von denen die Völker des Ostens, Slaven, Magyaren, Finnen, viel empfingen, denen sie viel zu danken haben. Als aber auch bei ihnen Bildung und Gesittung ge­wachsen waren, und besonders als in neuerer Zeit das Natio­nalitätsgefühl sich bei allen Völkern mächtig hob, erschien die angesehene, zum Teil führende Stellung des fremden Wesens als eine unerträgliche Beeinträchtigung der eigenen Art. So sind diese Gebiete in unseren Tagen Hauptschauplätze von Nationalitätenkämpfen geworden, in denenbesonders Deutsche, aber auch Italiener und Schwede», mit der Wucht der Über­zahl ringen, und die kolonisierende Kulturarbeit, die beiden Teilen so viel Segen gebracht hat, droht entgegengesetzte Wirkungen hervorzurufen. Sie wird trotzdem stets eine der anziehendsten und folgenreichsten Leistungen des europäischen Mittelalters bleiben.

20. Westeuropa.

Von den westeuropäischen Völkern waren im Mittelalter die Franzosen für kolonisierende Arbeit am ungünstigsten gestellt. Sie waren umgeben von Völkern gleich hoher Kultur, die auch staatlich genügend gefestigt waren, um eroberndes Vordringen unmöglich zu machen. An: besten hatten es noch die Südfranzosen. Sie konnten teilnehmen an den Bemü­hungen der Christen Spaniens, ihren Boden von den einge­drungenen Mauren zu befreien, und haben es kräftig getan. Französische Dynastenfamilien und Lehnsträger sind nach Spanien und Portugal verpflanzt worden, und in Katalonien hat eine nicht zu unterschätzende Einwanderung von Pro- venzalen stattgefunden, auf der die gegenwärtige Verschieden­heit der Provinz vom übrigen Spanien hauptsächlich beruht. Aber damit war dem auch in Frankreich sich mächtig regenden