Skandinavier n, Italiener. Natwnalitätcnkämpfe. Z7
weitenGebiete, die sich in der Hauptsache in einem Jahrhundert, in der Zeit der staufischen Kaiser, vollzog. Es ist nicht nötig, an Reste früher hier seßhafter germanischer Stämme zu glauben, um sie zu erklären. Diese Kolonisation hat daher auch nicht zu einer Machtsteigerung des deutschen Staates geführt. Wie die Reichsregierung, das Kaisertum, an ihr nicht beteiligt gewesen ist, so hat sie von ihr auch keinen Vorteil gehabt. Eher konnte man vom Gegenteil reden. Aber es sind eine Reihe deutscher Territorien neu geschaffen worden; in anderen, die in der Hauptsache ihren überlieserten nationalen Charakter beibehielten, erlangte doch deutsche Art eine Bedeutung, die dem Gesamtvolke nur zugute kommen konnte. Die Geltung der deutschen Sprache ward gewaltig gesteigert. Der Verkehr hat einen mächtigen Aufschwung genommen. In den Kolonisationsgebieten hat die deutsche Hanse ihren Ursprung gesunden; erst durch diese Erwerbungen ist deutsches Städtewesen zu seiner mittelalterlichen Blüte gelangt. Ohne die mittelalterliche Kolonisation hätte unser Volk nie das werden können, was es zu Luthers Zeiten war. Die in den Kolonisationsgebieten mögliche stärkere Entwicklung fürstlicher Macht hat sie auch zur Wiege der deutschen Großmächte gemacht. Osterreich und Preußen sind auf Kolonialboden erwachsen, ebenso Sachsen, das so lange mit Preußen konkurrierte.
19. Skandinavier und Italiener. Nativnalitätenkämpfc.
Den stammverwandten Skandinaviern ist eine ähnliche Bewegung nicht ganz fremd geblieben. Sie haben eine späte, aber glorreiche Völkerwanderung erlebt, die einsetzte, als die ihrer südlichen Stammesgenossen schon längst in dauernder Seßhaftigkeit ihr Ende gefunden hatte. Sie faßten Fuß an den Küsten des fränkischen Reiches und auf den britischen Inseln, zu vorübergehendem oder dauernden: Besitz. Island