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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
Entstehung
Seite
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Art der deutschen Kolonisation,

sich hier auf Städtegründung beschränken; der Ritter ward Grundherr.

18. Art der deutschen Kolonisation.

Schon dieser knappe Überblick zeigt, daß die deutsche Kolonisation unseren östlichen Nachbarn keineswegs über­wiegend oder gar ausschließlich mit dem Schwerte aufge­zwungen worden ist, wie sie und ihre westlichen Freunde so gern denteutonischen Kriegerhorden" vorwerfet:, und wie es oberflächliche Deutsche leichtfertig nachbeten. Die Kolo­nisationsgebiete, die nicht deutschen Fürsten unterstanden und sie betragen weit mehr als die Hälfte der Siedlungs­lande, habeu wegeu dieser Frage nie einen Tropfen Blut fließen seheu. Von den übrigen gilt, abgesehen von Branden­burg, Mecklenburg, Vorpommern und den Ordenslanden, das gleiche, und auch in diesen Landschaften kann nur iin Ordens­gebiet von andauernd durchgesührtem Zwang mit Waffen­gewalt die Rede sein. Der deutsche Kolonist wurde herbei­geholt, weil er ungleich größere Erträge versprach, weil er dem Boden mehr abzugewinnen wußte, die Landeskultur nach allen Richtungen zu heben verstand. Er kam.als Ritter und Mönch, Bürger und Bauer. Klöster wurden gestiftet und Burgeu gebaut, Städte gegründet und Bauernschaften aus­gesetzt. Au der Spitze der landbauenden Siedler standen Unternehmer (loLÄwrss), die gegen gewisse mäßige Gesülle und eigenen Besitz Leitung und Verantwortlichkeit über­nahmen. Der Vorteil der neuen Siedlungsform war so un­verkennbar, daß sie auch die altangesessene Bevölkerung in ihre Kreise zog. Städte wurden mit überwiegend oder gar ausschließlich slavischen Bewohnern zu deutschem Recht aus­gesetzt, slavische Bauern nach deutscher Ordnung neu ange­siedelt. Fürsten und Adelige eigneten sich die vornehmere und feinere Art an und gingen zu deutscher Sprache und Sitte

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