Ausbreitung der Deutscheu.
Religion in Frage kommt, durch die türkischen Stämme auch auf der südöstlichen Halbinsel Europas festgesetzt. Die romanisch-germanischen Völker des alten weströmischen Reiches haben Mittel- und Nordeuropa dem Christentum und der abendländischen Kultur zugeführt. Die byzantinische Form der christlichen Lehre hat sich bei den Völkern Osteuropas verbreiten können, hat speziell die Russen gelehrt, sich als Erben von Konstantinopel zu betrachten. Das ist erreicht worden durch eine fast ununterbrochene Folge missionierender, kriegerischer, kolonisierender Tätigkeit, nirgends doch mit so weittragender Bedeutung wie bei den christlich-abendländischen Völkern. Sie haben zwar um die Pyrenciische und die Balkan-Halbinsel und um das Becken der mittleren Donau mit Arabern und Türken hart und unter schweren Wechselfällen ringen müssen; ihr Geltungsgebiet hat auch im Mittelalter den Umfang nicht erreicht wie das der mohammedanischen Morgenländer; aber was sie in dieser Zeit aufbauten, ward das Fundament zu einer Halle, die bestimmt war, den Erdball zu überdachen.
15. Ausbreitung der Deutschen.
Der Gedanke der Universalmonarchie ist ein römischer. Aber die Deutschen sind im Mittelalter seine vornehmsten Träger geworden. Ihr selten bestrittener Anspruch auf die römische Kaiserkrone stellt sie in den Mittelpunkt der mittelalterlichen Geschichte. Das Ringen ihrer Herrscher um diese Stellung verursachte ihre spätere Zersplitterung; aber sie verdankten ihm zunächst ihre nationale Einigung, die Verschmelzung ihrer bis dahin nur lose geeinigten Stämme zu einem Volke und den mächtigen Aufschwung ihres gesamten Lebens, der sich unter den sächsischen, fränkischen und stausischen Kaisern vollzog. Dadurch und durch Deutschlands günstige Lage in der Mitte des Erdteils wurde bewirkt, daß die Deut-