Außeritalische Kolonisation.
Ä
Sklaverei verkauft wurden, in Gebiete übergesiedelt, in denen man ihrer sicher zu sein glaubte. Nur in letzterem Falle konnte kolonisiert werden. Unter der Republik auf Volksbeschluß, später unter Sulla und Cäsar und unter der Kaiserherrschaft auf Herrscherbefehl wurden Männer ernannt, die das Werk im einzelnen durchzuführen hatten (coloinas äöckuLsrs). Die Besitzergreifung des neuen Gebiets erfolgte in militärischen Formen, und die Angesiedelten hatten vor allen anderen Aufgaben die einer Besatzung, bestimmt, Roms Herrschaft zu sichern. Die so in Latium ausgesetzten römischen Kolonien haben Mannschaften hergeben müssen, um inmitten der übrigen Jtaliker Kolonien zu gründen, und diese, allmählich zu „Togabürgern", „Männern der Toga" umgewandelt, haben geholfen, das System auf die errus- kischen und gallischen Gebiete auszudehnen. Sogenannte ewige Bündnisse haben neben den Kriegen dazu gedient, römischen Einfluß festzulegen, und ein planmäßig durchgeführtes Straßennetz mit den nötigen festen Plätzen hat die Behauptung des Erworbenen erleichtert. So macht die Entwickelung römischer Macht trotz zahlloser Krisen und Wechselfälle den Eindruck eines unaufhaltsam daherfließen- den Stromes. Sie ist das großartigste geschichtliche Beispiel einer in einem Volkstum und Staatswesen durch Jahrhunderte wirksamen, nicht immer gleichen, aber doch unverwüstlichen, unwiderstehlichen Kraft.
11. Außeritalische Kolonisation.
Seit dem glücklichen Ausgange des Krieges mit Pyrrhus sind Kolonisierung und Aufnahme ins Bürgerrecht nachdrücklicher und mit weiter gesteckten Zielen betrieben worden. Die römische Handelspolitik hatte schon Verbindungen bis Ägypten und Rhodos geknüpft und versucht, den Karthagern in den Atlantischen Ozean zu folgen. Man konnte nicht