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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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Tns Altertum.

Kolonisierung einer der wichtigsten Faktoren geschichtlicher Entwickelung ist. Und dieser Gesichtspunkt soll als der durchschlagende für die folgenden Darlegungen in Auswahl und Behandlung des Stoffes maßgebend sein.

I. Abschnitt.

Das Altertum.

S. Orientalische Völker.

Die umfasseude Verbreitung mongolischer, malaiischer, hindostanischer und arabischer Bevölkerung, die der heutige Osten und Süden Asiens auf dem Festlande wie in seiner reich gegliederten und entwickelten Inselwelt zeigt, geht in ihrem Ursprünge in der Hauptsache zurück in Jahr­hunderte, die weit vor dem Beginne der christlichen Zeit­rechnung liegen. Daß sie durch kolonisatorische Tätigkeit in ihrem späteren Bestände festgelegt wurde, kann keinem Zweifel unterliegen. Wer die Art, wie sich das im einzel­nen vollzog, entzieht sich zurzeit noch zu sehr unserer näheren Kenntnis, und die kausale Verbindung, in der diese Her­gänge mit der Entwickelung der in unsern Tagen im Vorder­grunde stehenden kaukasisch-abendländischen Kultur stehen, ist eine zu lose, als daß sich ein näheres Eingehen auf sie hier rechtfertigen ließe. Auch was Ägypter, Assyrer und Babylonier, Meder und Perser durch Aufrichtung großer Reiche und zur Stütze derselben im Nillande und in Vorder­asien kolonisatorisch leisteten, kann nur gerade erwähnt werden.

Einige nähere Bemerkungen müssen schon den Phö- nikern gewidmet werden, von denen, soweit europäische Entwickelung in Frage kommt, nicht mit Unrecht gesagt worden ist, daß sie das Meer in die Geschichte einführten.