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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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Art und Bedeutung der griechischen Kolonisation.

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in die nördlicheren Gebiete des Adriatischen Meeres und über Korsika in die Sitze der Ligurer, wo Massalia (Mar­seille) gegründet wurde. Als die Zeit der persischen Be­drängnis kam, war das ganze weite östliche Mittelmeer, von Malta und Sizilien bis zum Don, mit der einzigen Aus­nahme der syrisch-phönikischen Küste, von griechischen Kolo­nien umsäumt, und zahlreiche Posten waren weiter nach Westen vorgeschoben. Es ist hervorgehoben worden, daß die Siedler, namentlich die Euböer,auf den Spuren des Epos" wandelten; die neu sich erschließenden Gegenden er­schienen ihnen als die Lokalitäten der Odyssee.

8. Art und Bedeutung der griechischen Kolonisation.

Die Scharen, welche die neuen Wohnsitze füllten, sind nicht mit einem Male hinübergezogen. Stets neue Aus­wanderer Kaufleute, Handwerker, Söldner, Ackersleute sind den ersten, die unter der Führung ihresOikisten" kamen, gefolgt, in der Fremde ihr Glück zu suchen. Die Wohnplätze trugen sämtlich städtischen Charakter, auch wo der Unterhalt zumeist durch Bebauung des Bodens gewonnen wurde. Die Stammverwandten hielten sich auch draußen zusammen; ihre verschiedenen Siedelungen blieben in steter Verbindung unter sich und mit der Heimat. Fremdem Volks- tum gegenüber tritt auch ein griechisches Gemeingefühl her­vor. Auf Sizilien hat man harte Kämpfe mit der karthagi­schen Macht zu bestehen gehabt, im Tyrrhenischen Meere be­sonders mit den Etruskern. Die siegreicheil Schlachten bei Himera und bei Salamis sollen an einem und demselben Tage geschlagen worden sein; dort kämpften die vereinigten sizilianischen Griechen gegen Karthago, das mit dem Perser­reiche im Bunde stand. Kyme hat wesentlich mitgewirkt, Latium vor etrnskischer Herrschaft zu bewahren. Die geistige Gemeinschaft ist nie unterbrochen worden und