Einleitung.
I. Der Stoff der Kolonialgeschichte.
Der Ursprung des Wortes Kolonie (lat. eolonia) ist allgemein bekannt. Es kommt von eolsrs, soweit dieses Wort im Sinne von Boden bebauen, Acker bestellen gebraucht wird. Der Kolone (eolonus) ist ein Siedler, der aus der Bearbeitung (eulwra) des Bodens seinen Unterhalt gewinnt. In diesem allgemeinen Sinne wird das Wort Kolonie noch heute in Verbindungen wie Heide-, Moor-, Bruchkolonie, in ähnlichem in Arbeits-, Besserungs-, Strafkolonie gebraucht.
Die Kolonialgeschichte hat es zunächst nicht mit Kolonien in diesem Sinne zu tun. Sie faßt besonders Kolonien ins Auge, die sich entwickelt haben außerhalb des eigenen Volkstums oder Staatswesens. Eine Kolonie in geschichtlichein Sinne entsteht vor allem, wenn Glieder eines Volkes, Angehörige eines Staates sich nach außen wenden und dort unter Festhaltung des überlieferten nationalen und politischen Zusammenhangs ansässig werden. Die Kolonialgeschichte beschäftigt sich zunächst mit äußerer, nicht mit innerer Kolonisation.
Aber auch die äußere Kolonisation fällt nicht immer in den Rahmen der Kolonialgeschichte, besonders dann nicht, wenn äußere und innere Kolonisation ineinandergreifen. Regierungen ziehen fremde Siedler ins Land, die heimische