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Die Eisenbahnen Deutsch-Südwestafrikas und ihre Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonie / von Erich Quiring
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Die stetige Zunahme der weißen Bevölkerung trotz der Verminderung der Schutztruppe und speziell der Frauen und Kinder ist ein erfreuliches Zeichen der steigernden Einwanderung. Der Vergleich mit den anderen Schutzgebieten zeigt hierin eine Überlegenheit Deutsch-Südwestafrikas. In der Berufsstatistik linden wir bei der für die Besiedlung wichtigsten Gruppe (An­siedler, Pflanzer, Farmer usw.) eine nach dem Krieg sich relativ erheblich steigernde Zunahme. Das Anwachsen der Zahl der Handwerker, Arbeiter, Bergleute dürfte zunächst eine Folge des Eisenbahn-, dann des Bergbaues sein.

Mit den vorstehenden Ausführungen glauben wir nach­gewiesen zu haben, daß die Eisenbahnen Deutsch-Südwestafrikas, die mit so großen Opfern erbaut sind, neben ihrer politisch­militärischen Bedeutung auch eine gesunde wirtschaftliche Basis haben, daß sie schon jetzt, in der kurzen Zeit ihres Bestehens, einen unverkennbaren förderlichen Einfluß auf das wirtschaft­liche Leben ausgeübt haben, und daß die wirtschaftlichen Be­dingungen des Landes diese Bemühungen und Opfer reichlich lohnen werden. Ist auch die verkehrspolitische Aufgabe noch bei weitem nicht als vollständig gelöst anzusehen, so darf doch aus den angeführten Tatsachen die Hoffnung geschöpft werden, daß auch eine weitere Ausdehnung des Bahnnetzes entfernteren Gegenden denselben Nutzen bringen wird, wie ihn die bisher erschlossenen Gebiete erfahren haben. Einer der besten Kenner des Kaplandes, der im Schutzgebiete geborene und seit 40 Jahren in Kapstadt ansässige chemische Geologe Prof. Dr. Hahn, der Deutsch-Südwestafrika aus eigener Anschauung kennt, erklärte vor der Budgetkommission des Reichstags, daß große Teile unserer Kolonie nach allen Richtungen so gut und aussichtsreich sind wie das Kapland. Dieses Gebiet, bei weitem nicht so groß wie Deutsch-Südwestafrika (nur 495 000 qkm) mit einer Einwohner­zahl von 350000 Weißen, hatte im Jahre 1908 eine Einfuhr von 275,34 Mill. Mk. und eine Ausfuhr von 842,81 Mill. Mk. Hiervon entfielen (bei der Ausfuhr) auf Straußenfedern 34,77, Kupfererz 8,36, Angoraziegenhaar 13,25, Häute und Felle 12,54, AVoile 42,10 Mill. Mk. Die Produktionsbedingungen sind denen

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