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Die Eisenbahnen Deutsch-Südwestafrikas und ihre Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonie / von Erich Quiring
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haben wir noch einige statistische Übersichten nach den im Laufe der Zeit erschienenen Eegierungsdenkschriften zusammen­gestellt, die wir zum Schlüsse beifügen.

Die Zahlen der Ein- und Ausfuhr zeigen in den Jahren 19041906, in der Ausfuhr auch noch 1907 die Einwirkungen des Krieges, der ganz abnorme wirtschaftliche Verhältnisse mit sich brachte. Nicht wenige waren der Ansicht, daß nach Be­endigung des Aufstandes, der so verheerend gewirkt hatte, ein wirtschaftlicher Zusammenbruch im Lande erfolgen müsse, und es darf als ein gutes Zeichen für die der Kolonie innewohnenden wirtschaftlichen Kräfte angesehen werden, daß es gelang, ohne Krisis und in kurzer Zeit wieder zu normalen Zuständen zurück­zukehren. Die Kupfer- und dann die Diamantenausfuhr be­einflussen jetzt die Höhe der Ausfuhrziffern. Bei Betrachtung dieser Zahlen ist nicht zu vergessen, daß in ihnen sich nur die Exportproduktion ausdrückt, während die Konsumproduktion nicht zu erkennen ist, da eine Binnenverkehrs- oder Produktions­statistik nicht existiert. In der Einfuhr bildet der Bedarf für die Eisenbahnbauten einen wichtigen Faktor.

Die eigenen Einnahmen des Schutzgebietes erhöhten sich im Jahre 1907 fast um das doppelte gegen das Vorjahr, was wohl in der Hauptsache auf den inzwischen aufgenommenen Betrieb der Otavi-Bahn zurückzuführen ist. Das weitere An­schwellen in den Jahren 1909 und 1910 ist mit der Diamanten­ausfuhr begründet. Die Steigerung der Einnahmen aus Steuern und aus sonstigen Abgaben, besonders für Landverkäufe, ist in erster Linie auf den Bau der Eisenbahnen zurückzuführen, die die entfernteren Landstriche enger an das Verwaltungs­zentrum heranziehen und durch die Erschließung der Gegend Ansiedler und in ihrem Gefolge Arbeiter, Händler, Kaufleute usw. hereinbringen. Auch die Einnahmen aus dem Eisenbahnbetrieb selbst haben eine erhebliche Steigerung erfahren.

Der Zuschuß, den das Mutterland für die Militärlasten ge­währen muß, ist seit dem Aufstand sichtlich im Sinken begriffen, was wiederum Verdienst der Eisenbahnen ist, die eine Ver­minderung der Truppe gestatten, da durch sie die strategische Basis eine weit günstigere wird.