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Handbuch der geographischen Ortsbestimmung für Geographen und Forschungsreisende / von Adolf Marcuse
Entstehung
Seite
83
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Interpolationsrechnung. Ausgleichungsrechnung. 83

Greenwich geltenden Angaben der Astronomisch-Nautischen Ephe- meriden gesucht. Zunächst ist zu bedenken, daß Jan. 7, 5 h a. m. bürgerlicher Zählung = Jan. 6, 17 h astronomisch ist (siehe S. 26); ferner, daß die Angabe in M. E. Z. (mitteleuropäische Zeit) einer Längendifferenz von l h östl. Greenwich (siehe S. 29) entspricht. Daher sind die obigen Größen li-^ und aus den Ephemeriden für 1905, Jan. 6, 16 h Greenwicher Zeit zu interpolieren. Es finden sich nun die folgenden Werte fabuliert vor:

Datum

BT)

P7>

Stündliche Änderung

1905, Jan. 6, Mitternacht = 12'' .

15'15"

55' 51"

1,3"

1905, Jan. 7, Mittag = 0 .

15 10

55 35

-1,3

Die stündliche Änderung für JRj beträgt

5" 12 ~

0,4", die-

jenige für'1,3"; daher werden die gesuchten Größen:

1905, Jan. 6 -ßj = 15' 15" = 55' 51"

0,4" X 4 = 2 ; 1,3" X 4 = 5 15' 13" 55'46"

Damit können die Erörterungen über die Interpolationsrech­nung abgeschlossen werden. Die oben angeführten Formeln und Beispiele werden für alle, im Rahmen des vorliegenden Hand­buches vorkommenden Aufgaben zum Verständnis ihrer Lösungen genügen.

Ausgleichungsrechmmg.

Wenn eine größere Anzahl von Beobachtungen für die Be­stimmung einer oder mehrerer Unbekannten, z. B. der geographi­schen Breite oder der Uhrkorrektion vorliegen, und wenn diese Beobachtungen voneinander abweichende Resultate liefern, so gilt es, den wahrscheinlichsten Wert der Unbekannten zu finden. Ferner ist es, auch für die Zwecke geographischer Orientierung, sehr wichtig, aus einer größeren Reihe von Beobachtungsergeb­nissen ein mathematisches Maß für die Genauigkeit des Resul­tats sowie jeder einzelnen Beobachtung zu gewinnen.

Diese Aufgaben löst die sogenannte Ausgleichungsrech­nung, welche auf den Grundsätzen der Wahrscheinlichkeitslehre

6* .