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Kamerun.
der Zeit verschiedene Erhöhungen erfahren hat, bestand am 1. April 1907 aus 1300 Mann. An Europäern zählte sie gleichzeitig 149 Offiziere, Sanitätsoffiziere, sowie Weiße in Subalternstellungen. Die Garnisonen und Posten verteilen sich so über das Land, daß in erster Linie der Nordwesten bis Banjo und das Niederungsland nördlich vom Benue gesichert sind, während das ganze Gebiet zwischen oberem Mbam und Sanaga auf der einen und dem Benue auf der anderen Seite einen einzigen Posten der Truppe in Ngaundere beherbergte. Kompagniestandorte gab es 1907 je zwei im Küsten- und im südlichen Hochlande, drei auf dem Nordwestplateau uud zwei im Benue-Scharilande, wo Kusseri am Schari zugleich der nördlichste militärisch besetzte Punkt der Kolonie ist. Immerhin noch eine sehr weite Verteilung der Hauptposten der Militärmacht, denn es kommt hiernach auf jeden derartigen Stützpunkt ein Gebiet von nicht weniger als 55 000 qkm, d. h. beinahe das Vierfache der Fläche des Königreiches Sachsen. Außer den 9 Kompagniestandorten gibt es noch 13 militärisch besetzte Posten, von denen allein 5 in dem Gebiet zwischen Benue und Schari liegen.
Kulturgeographie von Kamerun.
Der am meisten auffallende Gegensatz zwischen Kamerun und dem vorher behandelten Togogebiet besteht in dem weitaus größeren Gewicht, das hier die europäischen Unternehmungen beanspruchen können, während umgekehrt die landwirtschaftliche Produktion der Eingebornen an Bedeutung weit hinter derjenigen des Togogebietes zurücksteht. Die Eingebornen beteiligen sich am Farmbau namentlich im Küstenlande als selbständige Produzenten schon darum weniger, weil der Bedarf au Trägern und vor allem die Ausbeutung der wildwachsenden Nutzpflanzen, besonders der Gummibestände, ihnen besser zusagt als die mühsamere und lang-