Teil eines Werkes 
1 (1909) Togo und Kamerun
Entstehung
Seite
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Die Bevölkerung.

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allem aber wird ein Hauptunterschied des Nordens gegen den Süden dadurch bedingt, daß dort das Pferd gehalten wird, das die von Norden eingewanderten Sudanbewohner begleitete und das schon im höheren Teile von Adamaua in ziemlicher Menge vorhanden ist. Allerdings ist die Rasse klein, und man hat deshalb die Tiere bisweilen mit den Kosakenpferden verglichen. Ferner wird schon in Nordamaua der Esel gehalten, und es ist einigermaßen auffallend, daß bei einem großen Prozentsatz dieser Tiere eine mehr oder weniger deutliche Zebrastreifung beobachtet wird.

Von deutscher Seite ist manches geschehen, um eine Hebung der Viehzucht zu ermöglichen. Verschiedene Stationen, namentlich Buea, haben eigene Herden und man hat auch schon hochwertige Tiere zu Zuchtzwecken eingeführt und zur Verteilung gebracht. Auch tierärztliche Maßnahmen gegen die Seuchen, die namentlich in Nordkamerun viele Opfer unter den Herden der dortigen Eingebornen fordern, sowie gegen die Tsetsekrankheit, wie sie bereits eingeleitet sind, dürften dazu beitragen, die Viehzucht im Schutzgebiet er­heblich zu fördern. Übrigens bedürfen auch die großen Herden im Norden der Kolonie durchaus einer Blutauffrischung, wenn dieser Zweig der Landwirtschaft dort Erfolge erringen soll, und das gilt nicht allein von Rindern und Kleinvieh, sondern auch von den Pferden, um so mehr, als diese durch den Fahrdienst in jenen Gegenden eine erhöhte Bedeutung gewinnen werden. Wie man vermutet, werden sich die steppenartigen Striche im nördlichen Schutzgebiet vielleicht selbst zur Zucht von hochwertigen Wollschafen und von Angora­ziegen eignen.

Die Bevölkerung.

Die Bevölkerung von Kamerun ist weit weniger einheit­lich als diejenige von Togo. Ethnographisch gehören selbst