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Kamerun.
Die Pflanzen — Nutzgewächse.
Während das Land klimatisch, wie wir gesehen, in drei deutlich voneinander gesonderte Regionen zerfällt, kann man die Pflanzenwelt des Schutzgebietes je nach der Art und Weise ihres Auftretens in zwei solche scheiden. Die erste von ihnen kann man als die Waldzone im engeren Sinne bezeichnen. Sie bildet die charakteristische Pflanzenformation des tropischen Niederungslandes und setzt sich mit ihren geschlossenen Waldungen nicht auf das eigentliche Hochland fort. Es find dies somit die Gegenden, in denen auch eine eigentliche Trockenzeit, d. h. eine Periode mit absolut geringen Regenmengen nicht vorkommt. Diese Zone, das einzige größere Waldgebiet von Afrika, das in dem Charakter seiner Pflanzenbedeckung an die üppigen UrWaldungen Südamerikas und Südostasiens erinnert, ist von wechselnder Breite. Nur e i n höheres Stück Landes, die unteren Gehänge des Kamerunberges, nimmt auch an dieser durch größte Dichte ausgezeichneten Formation teil. Im Norden ist der zusammenhängende Niederungswald am ausgedehntesten, im Süden dagegen erstreckt er sich weniger weit in das Innere. Alle Schilderungen, die wir von diesem Gebiet besitzen, wissen sich nicht genug zu tun in der Darstellung der Dichte und Üppigkeit des Pflanzenwuchses. Diese ist so groß, daß der Kamerunurwald sich, wie wir später sehen werden, geradezu als eines der größten Verkehrshindernisse des Kontinents bezeichnen läßt. Denn hier wirkt die grenzenlose Fülle aus dein Boden aufschießenden, gegenseitig sich im Kampfe um Licht und Luft bedrängenden Lebens in ähnlichem Sinne, aber vielfach in höherem Grade hemmend auf das Vordringen in das Innere, wie im fernen Süden, in unserem Südwestafrika, die umgekehrte, wüstenhafte Beschaffenheit der Küstenzone.