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als Nordamerika, ein weit besseres als Australien oder irgend ein anderes Land, das icli kenne. 14
So lange wir noch keine deutschen Kolonien unter deutscher Flagge besitzen - - ob die vorläufig von Privatgesellschaften angeknüpften Verhandlungen mit Paraguay dazu führen werden? Ob dies Land, zwei Drittel der Grösse des Königreichs Preussen, in welchem jetzt nur 350 Deutsche wohnen, für den deutschen Kolonisten vorzüglich geeignet ist, wie die einen behaupten, ob derselbe dort sein Grab findet, wie andere ebenso fest versichern, darüber ein endgültiges Urteil zu fallen, dürfte augenblicklich unmöglich sein.
Mit Gewissheit aber dürfen wir es sagen, dass sowohl in Uruguay als in der Argentinischen Republik der deutsche Ansiedler viele Bedingungen für eine sichere und gedeihliche
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Existenz findet.
Di9 Laplatastaaten
gleichen in ihrem Charakter ganz dem südlichen Rio Grande do Sul mit seinen weithin sich streckenden, baumlosen Pampas. Sie bilden mit diesem Teile Brasiliens ein besonderes geographisches Gebiet, das im strengsten Gegensatz zu jenem steht. Der Ansiedler stösst hier nicht, wie in Brasilien und Nordamerika, auf die grosse ScliAvierigkeit, dichten Urwald ausroden zu müssen; er kann schon am ersten Tage ungehindert seinen Pflug einsetzen. Doch giebt es im nördlichen Teile von Argentinien auch grossartige Waldungen von wertvollen Holzarten. Leider findet der Landmann in den Heuschrecken (Langostas) einen häufig wiederkehrenden Feind — 1874 bis 1881 hatte man sie jedes Jahr —, welcher in den Saaten oft grosse Verheerungen anrichtet.
Nach dem Census von 1880 lebten in Uruguay 2125 Deutsche; für Argentinien schätzte der portugiesische Generalkonsul in Buenos Ayres im. selben Jahre die Einwohner deutscher Nationalität auf 10000, die Schweizer auf 12100 und die Österreicher auf 2300; die letzten stammen aber zu-