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Deutsche Kolonien : ein Beitrag zur besseren Kentniss des Lebens und Wirkens unserer Landsleute in allen Erdteilen / von Karl Emil Jung
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Deutsche Wohlthätigkeitsgesellschaften auf amerika­nischem Boden.

Im Herbst 1764 langten im Hafen von Philadelphia gleichzeitig mehrere Schiffe an, beladen mit deutschen Aus­wanderern in dem elendesten Zustande, voll von Kranken und Sterbenden. Um die vorhandene erschreckende Not zu lindern und für die Zukunft den schmählichen Übervor­teilungen durch Reeder und Agenten zu steuern, traten am 25. DecemLer 17i'»4 einige wackere Männer in Philadelphia, dem bis ans Ende des vorigen Jahrhunderts bedeutendsten amerikanischen Hafenplatz, zusammen und gründeten die Deutsche Gesellschaft von Pennsylvanien*. Im Schulhause der CherryStrasse mit 65 Mitgliedern konstituiert, gewann diese erste deutsche Hülfsgesellschaft schnell an Umfang, 1781 wurde sin inkorporiert und 1786 nahm sie das noch heut geführte Siegel an, dessen drei Felder eine Bibel, ein Pflug und ein Schwert mit dem amerikanischen Adler darüber füllen, und das Motto: Religione, industria et fortitudine Ger­mania proles florebit.

Die angesehensten Deutschen des Staates schlössen sich dieser Gesellschaft an. welche sehr bald eine für das Wohl der einwandernden Deutschen höchst segensreiche Wirksam­keit entfaltete. Auch arbeitete dieselbe eifrig auf die Er­haltung und Hebung des deutschen Elementes hin. Die Mit­glieder waren und blieben noch für lange Zeit echte Deutsche, nenneh sich doch die Stifter in der Verfassungsurkunde weder Amerikaner noch Engländer, sondernseiner königlichen Majestät von Grossbritannien Teutsche Unterthanen in Penn- sylvanien".

Die Gesellschaft fand sofort ein sehr reiches Arbeitsfeld. Die damals in grossen Zahlen zu diesem Hafen strömenden deutschen Auswanderer wurden in der Regel an allen Ecken