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Deutsche Kolonien : ein Beitrag zur besseren Kentniss des Lebens und Wirkens unserer Landsleute in allen Erdteilen / von Karl Emil Jung
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Wanderung in seine jetzigen Grenzen ist aber untrennbar ver­knüpft mit der Geschichte der Vereinigten Staaten, mit wel­chen sie ursprünglich unter der gemeinschaftlichen Regierung der britischen Krone ein einziges Kolonialgebiet ausmachten.

Unter britischer Herrschaft.

Die ersten Auswandererzüge wurden zum Verlassen ihres Vaterlandes von zwei gewaltig zwingenden Motiven getrieben. Die einen, welche in Europa wegen ihrer religiösen Ueber- zeugungen mit Schwierigkeiten und Verfolgungen zu kämpfen hatten, sehnten sich nach einem Platze auf Gottes Erde, auf welchem sie ihrem Schöpfer nach eigener Faeon ungestört dienen konnten, den andern war durch namenlose Leiden, durch Bedrückungen und Erpressungen von feindlichen Heeren wie von den eigenen Landesherren der Aufenthalt in dem immer noch gehebten Lande ihrer Väter verleidet worden. Es war kein schönes, von der Natur mit lockenden Gaben bedachtes Land, das sie wählten, harte Arbeit und bittre Ent­behrungen warteten ihrer jenseits des Ozeans, dessen Durch- schiffung zu jener Zeit selbst für andere als binnenländische Bauern des Abschreckenden genug bot, aber in der Fremde winkte doch eine Hoffnung, lag sie auch in noch so weite Fernen gerückt, während die Heimat über den Bleibenden nur Not und Elend ausschüttete.

Einzelne Deutsche gelangten schon, ehe eine geschlossene, deutsche Auswanderung ihren Fuss auf amerikanischen Boden setzte, zu den jungen Niederlassungen, welche England und Holland an der Westküste des Atlantischen Ozeans gegründet hatten.

Das jetzige New-York war unter dem Namen Neu-Nieder- land anfangs holländischer Besitz. Und holländische Ver- mittelung war es auch, welche von 1657 an einzelne Aben­teurer aus dem nordwestlichen Deutschland und den deutschen