Teil eines Werkes 
2 (1911) Das Südseegebiet und Kiautschou
Entstehung
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Organisation.

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432 Schiffen mit 519000 Registertonnen, im Berichts­jahre 1908/09 dagegen von 511 Fahrzeugen mit insgesamt 670000 Registertonnen angelaufen. Ganz besonders ge­wachsen ist der Schiffsverkehr mit Wladiwostok, vou stei­gender Bedeutung ist ferner der Überseehandel mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Von den 1908/09 eingelaufenen 509 Dampfern und 2 Seglern führten 266 die deutsche Flagge, neben denen noch 115 englische, 68 japanische, 36 chinesische und 22 norwegische eine besondere Erwähnung verdieueu.

Organisation.

Hinsichtlich seiner Organisation nimmt Kiautschou eine von derjeuigeu aller audereu Schutzgebiete abweichende Stellung ein. In der Zivil- wie in der Militärverwal­tung untersteht es dein Reichs-Marineamt, und während die Geschäfte des Gouverneurs von einem hohen Offizier der Reichsmarine versehen werden, besitzt es auch keine eigentliche Schutztruppe. Vielmehr garnisoniert in Tsing- tau neben einigen Abteilungen der Mntroseuartillerie das III. Seebataillou, und einige andere Einrichtungen, dar­unter eine Werft, werden ebenfalls vom Reichs-Marine­amt geleitet. Nur die Post ist dem Reichs-Postamt unter­stellt. Sie unterhält außer dem Postamt in Tsiugtau noch zwei Postageuturen, eine Postzweigstelle und vier Posthilf­stellen.

Im Kiautschougebiet sind insgesamt vier Missionsgesell­schaften tätig, davon drei deutsche, von denen die eine der katholischen Koufessiou angehört, und eine amerikanische. Das geistige Leben der Kolonie ist naturgemäß reger als in den übrigen, von Südwestafrika abgesehen. Aber hier nehmen auch die Eingeborenen in höherem Grade an demselben teil. Neben einer Reihe von Unternehmungen

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