Das Kiautschougebiet.
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Hinsichtlich der Finanzen der einzelnen Gebiete ergeben sich erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Inselgruppen. Neuguinea und der Bismarckarchipel hatten im Jahre 1908 eine eigene Einnahme von 381099 Mark, der 1523090 Mark Ausgaben gegenüberstanden. Hier war demnach noch ein erheblicher Zuschuß von seiten des Reiches zu den laufenden und einmaligen Ausgaben nötig. .Die mikronesischen Inseln hatten in demselben Jahre eine eigene Einnahme von 394000 Mark, denen ebenfalls eine größere Ausgabesumme, insgesamt 762090 Mark, gegenüberstand. Samon dagegen verzeichnete 1998 eine selbständige Einnahme in Höhe von 589999 Mark, die von den Ausgaben nur um 75999 Mark übertroffen wurde.
Das Kiautschougebiet.
Das Gebiet in Ostasien, das das Deutsche Reich zu seinen überseeischen Besitzungen zählt, beschränkt sich tatsächlich nur auf eine sehr kleine Landfläche in der Umgebung der an der Südseite der Schantunghalbinsel gelegenen Bucht von Kiautschou. Indessen vermag man diese wenig ausgedehnte Landschaft noch weniger als andere Kolonialgebiete richtig einzuschätzen, wenn man nicht zugleich die Weltlage einer derartigen Stelle eingehend berücksichtigt. Denn ein solcher Stützpunkt für die Flotte eines Landes und ein Eingangstor für dessen Handel ist in keinerlei Hinsicht ein selbständiges Ganzes, wie unsere übrigen Schutzgebiete es zumeist für unsere Kolonialpolitik bedeuten. Es ist einmal in viel höherem Grade als diese abhängig von der Beeinflussung durch das Staatsgebiet, an dessen Grenze es sich befindet und auf der anderen Seite ebensoviel mehr als die eigentlichen Kolonialgebiete