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Das Kiautschougebiet.
Produktion.
Das einzige Erzeugnis des Landes, das in einer Art von Urproduktion unmittelbar dem Boden abgewonnen wird, ist die Steinkohle. Zwar gab es auch früher bereits einen Bergbau, aber dieser wurde nur bis in geringe Tiefen betrieben, da ihm nach v. Richthofen bei der , Eigenart der Lagerung der Flötze die Schwierigkeit der Wasserbewältigung sehr bald ein Ziel setzte. Nach echt bergmännischer Art hat man den Abbau der Kohlenlager erst nach der Besitzergreifung in die Hand genommen, und die Förderung ist in sehr erfreulichem Fortschritte begriffen. Während sie auf den beiden von der deutschen Schantung-Bergbau-Gesellschaft im chinesischen Gebiete in Angriff genommenen Feldern im Jahre 1997/08 sich auf 231000 Tonnen belief, hat sie sich im Jahre 1908/09 bereits auf 411000 Tonnen gehoben.
Die pflanzliche Produktion beschränkt sich vollständig auf die Erzeugnisse des Landbaues. Weizen, Sorghum, Reis, Sesam, Erdnüsse, Hanf und etwas Baumwolle, vor allem aber der Maulbeerbaum sind die Hauptgewächse des Landbaues, zu denen sich noch die Obstkulturen gesellen, darunter eine Zizyphusart mit dattelartigen: Kern, sodann auch der Weinstock, der nach v. Richthofen in dieser Provinz seine Südgrenze erreicht.
Im eigentlichen Schutzgebiet ist viel zur Hebung der landwirtschaftlichen Produktion geschehen. Edelobst aus Europa und Amerika ist zur Nachbesserung der einheimischen Sorten in großer Menge eingeführt und wird in beträchtlicher Menge auch au Chinesen abgegeben. Ferner hat man Versuche mit dem Anbau von Zuckerrüben, Kartoffeln und anderen Feldfrüchten gemacht.
Die Viehhaltung, die, wie in ganz China, stark in den Hintergmnd tritt, beschränkt sich im wesentlichen auf