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Reich ist dagegen das Kiautschougebiet oder besser das östliche Schantung an Kulturgewächsen, auf die weiterhin " noch kurz eingegangen werden wird.
Bevölkerung.
Die Bevölkerung von Schcmtung, der auch die Bewohner des deutschen Schutzgebietes angehören, unterscheidet sich nach v. Richthofen dadurch ein wenig von den Chinesen andrer Provinzen, daß sie eine dunklere ^ Hautfarbe besitzen. Es sind hochgewachsene, kräftige Leute, die sich im allgemeinen durch Fleiß sowie durch anständige Gesinnung auszeichnen. Auffallend ist, daß sie weniger Handelsgeist besitzen sollen als die übrigen Einwohner des Riesenreiches. Gewerblich leisten sie wenig, sind vielmehr ganz vorwiegend Ackerbauer, welche den Bodenbau in derselben, an den Gartenbau erinnernden Art betreiben, welche für die Intensität der landwirtschaftlichen Kulturen in China so bezeichnend ist. So ist das Land in kleine Parzellen geteilt und die Berieselung ist in weitgehendem Maße durchgeführt.
Die Volksmenge ist trotz der Kleinheit des deutschen Besitzes, der insgesamt nicht mehr als 552 Quadratkilometer umfaßt, recht beträchtlich. Sie umfaßt nach einigen Angaben 100000, nach anderen 120000 Chinesen, was einer Dichte von 180 bis über 200 entsprechen, also nicht weit hinter derjenigen von Schantung zurückbleiben würde. Die Hauptstadt, Tsingtau, kommt einer mittleren Stadt gleich.
Die Zahl der Europäer im Schutzgebiet ist nicht besonders groß, aber immerhin in ständiger Zunahme begriffen. Im Jahre 1908 wurden 1484 Weiße im deutschen Kiautschoulande gezählt, während die angeführten Zahlen für die eingeborene Bevölkerung lediglich auf Schätzung beruhen.