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Das Kiautschougebiet.
Küstengegenden als Seebadeort gilt. Der Zustrom an Badegästen belief sich im Jahre 1908 auf 575, im Jahre 1909 trotz recht ungünstiger Witterungsverhältnisse auf 537. Die Besucher waren außer vielen Deutschen zumeist Engländer und Amerikaner, aber auch Franzosen und Russen, und sie kamen zumeist von den Hafenstädten der chinesischen Küste, wie Schanghai, Tientsin, aber auch aus Binnenstädten und selbst aus Japan.
Pflanzen- und Tierwelt.
In einem so alten Kulturlande wie dem chinesischen mit seiner dichten Bevölkerung ist die ursprüngliche Pflcmzen- und Tierwelt naturgemäß längst völlig durch die Kultur in den Hintergrund gedrängt worden. Im Kiautschougebiet hat zudem, wie bereits ausgeführt wurde, die Verwüstung des ursprünglichen Pflanzenkleides besonders großen Umfang angenommen. Erschreckend ist die Armut auch des bergigen Gebietes an Bäumen, und erst seit dem Beginn des deutschen Einflusses sucht man diesem Übelstande nach und nach zu begegnen. Selbst die Bebuschung und die Grasbewachsung der Gehängelandschaft ist nur eine sehr spärliche, da auch diese Reste einer ursprünglich reicheren Vegetation von den Bewohnern zu Brennzwecken gesammelt wurden und vielfach noch werden. Zu den Aufforstungen ? im deutschen Gebiet wurden hauptsächlich Akazien sowie einige Nadelhölzer verwandt.
Die wilde Tierwelt beschränkt sich auf einige kleine Säuger, unter denen die Hasen bisweilen in den Anpflanzungen einigen Schaden anrichten, sowie auf eine geringe Zahl von Landvögeln. Dagegen sind eine Reihe von Wasservögeln recht häufig, was mit der großen Ausdehnung der flachen Strand- und Wattgebiete an der Bucht zusammenhängt.