XXVI. KAPITEL.
Der Rückmarsch. Von Undüssuma bis zum Schneeberge.
Unter der Führung von Bakaiwügas Bruder marschirten wir am 10. Dezember über die Vorhügel der Walegga-Berge ab. Auf den Feldern stand überall viel Sorghum einer auffallend hellröthlichen Varietät, die theils volle, theils sperrige Aehren trug. Von den Bergen hernieder steigend, gelangten wir in das grosse Bananendorf des Häuptlings Kimberäni (Stanleys Burdjambiri), in dem meistens- theils die Bananensorte Musa paradisiaca gepflanzt wird. Nachdem wir die früher erwähnte Wasserscheide zwischen dem Duki und Lü überschritten, sahen wir nur noch selten Bananenpflanzungen. In der breiten Thalmulde fliessen einige von Waldrändern bekleidete, kleine Bäche nach Südwesten dem Lü zu. Jenseits des Thaies verläuft ein nach Norden sich abflachender Höhenzug. Wir agerten an diesem Tage zwischen Sorghumfeldern bei dem kleinen Orte Wadi'nda, woselbst noch Wäwira wohnen. Von hier aus mussten noch zwei Leute, darunter ein Sswahili-Soldat, zum Pascha zurückgesandt werden, da auch sie an den Pocken erkrankt waren.
Auf unserer früheren Route marschirten wir sodann nach Budjüngwe Bundjungwa) weiter. Vielfach wurde der Marsch durch Riesengras gehemmt, das einige Zeit zuvor durch Feuer abgetötet, aber nicht verbrannt worden war. Die mächtigen Stengel hatten sich in Folge dessen kreuz und quer über einander gelegt, so dass sie den Weg versperrten. Hier erreichte mich ein Bote vom Pascha mit der Nachricht, dass bei ihm noch vier weitere Pockenfälle aufgetreten seien, und dass ferner die aus unserm Lager abgezogenen Manyema im Lande Nsslri eine Razzia abgehalten hätten, wobei sie selbst vier, die Eingeborenen nur drei Mann verloren hätten.
Kurz darauf erreichten wir unser altes Lager Nyongögi wieder. Von der Höhe der Berge, auf denen wir uns befanden, sah man deutlich, dass von den Walegga-Bergen mehrere Höhenrücken nach Westen sich erstreckten, und dass das südlich von uns gelegene Mböga-Plateau bedeutend weiter nach Westen