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Im dichten Pori : Reise- und Jagdbilder aus Deutsch-Ostafrika / von Margarethe v. Eckenbrecher
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III. Zum Rovuma.

sie unschuldig. Sterben sie daran, so ereilt sie die verdiente Strafe. Durch Spenden an den Medizinmann soll man übri­gens auch die Wirkung des Giftes beeinflussen können.*)

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Wir gingen also durchs Wasser. Ich zauderte, mich so, wie ich war, in die, wenn auch ungefährlichen Fluten zu stürzen. In den nächsten Wochen blieb uns Zeit und Gelegenheit genug, uns zu Amphibien zu entwickeln. Vorläufig hatte ich nichts dagegen, daß mich zwei Leute ergriffen und auf ihre Schultern setzten. Liebevoll umklammerte ich rechts und links einen fetti° gen, wolligen Schädel. Ein beißender Schweißgeruch stieg mir in die Nase. Eine weite, grünliche Fläche dehnte sich vor mir, um mich her glucksten und gurgelten die Wellen.

Zuerst kamen die Leute bis an die Hüften ins Wasser. Im Strom reichte es ihnen bis an die Schultern. So ganz ohne Feuchtigkeit ging es für mich also auch nicht ab, wenn ich schon im wesentlichen trocken blieb. Schließlich waren wir am jenseitigen Ufer angelangt. Ein schöner Platz fürs Lager war bald gefunden. Schnaubend und prustend kamen die Träger. Die Zelte wurden aufgeschlagen. Hoch über den Bäumen, so daß man das Lager von weitem sehen konnte, wehte die deutsche Flagge.

Glutrot senkte sich der Sonnenball im Westen. Eine vio­lette Dunstschicht legte sich über die Berge. Mit wehenden Schleiern kam sie gezogen, näher und näher. Sie hängte sich um Büsche und Sträucher und schwebte zwischen den hohen

*) Eine bis ins einzelne gehende Beschreibung dieses Gebrauchs habe ich in Dr, Kandts geistvollem Buche:Caput Nili" gefunden, das wohl jedem Afrikakenner und -schwärmer lieb ist. 144