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Im dichten Pori : Reise- und Jagdbilder aus Deutsch-Ostafrika / von Margarethe v. Eckenbrecher
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II. Am Mbenkuru.

Porembsky ging auf die vom Feuer verschonte Seite jagen, weil sich nach Aussagen unserer Führer das Wild dort zusammenziehen mußte. Mein Mann und ich waren noch unentschieden, was am besten zu tun sei, als ein Ngoni mit allen Zeichen der Aufregung gelaufen kam und meldete, daß am Ausfluß des Mkos-Sees ein Krokodil sei. Wir eilten so­fort hin. Schwerfällig nur bewegte es sich vorwärts im harten Schlamm. Tückisch blinzelten die kleinen, grünen Augen. Un­ruhig und kraftvoll schlug es mit dem Schwanz, als es uns sah. Noch während ich es photographierte, schoß mein Mann es in den Kopf. Ein Auge flog weit weg. Ein Strom hellen dünnen Blutes gluckste und ergoß sich in eine etwa einen Meter tiefe alle Elefantenfährte. Wir blieben, um das Abhäuten zu be- aufsichtigen.

Nachmittags nahm mich Porembsky mit. In weiter Ferne zogen zwei Wasserböcke. In der Luft kreiste ein Marabu. Große Stille lag über der weiten, schwarz verkohlten Fläche. Das harte, stehengebliebene Gras knackte bei jedem Schritt.

Dicht beim Lager schoß Porembsky darauf vier Wasser­böcke, mein Mann zwei Wasserböcke, zwei Sumpfvögel und ein Wildschwein.

Auf dem Rückweg nach Lindi ':>«4-«-><«:^->>>^:'4>->« Fünf Tage blieben wir im ganzen in der Gegend am Mkoi>See, dann brachen wir endgültig nach der Küste auf. Wir kamen über schöne, breite Flächen mit niedrigem Gras und sahen eine große Wasserbockherde, die aber sehr scheu war. Weiter ging der Marsch über die große Salzpfanne mit dem blendenden, weißen Sand und den vielen Wildspuren. Deutlich tonnten wir die Fährten von zwei Löwen, Hyänen, mehreren Fluszpferden und verschiedenen Antilopen unterscheiden.

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