II. Am Mbenkuru.
Am Fuße des Berges unter den dicken kugelförmigen Mangobäumen lag die große, saubere Werft eines alten, blinden Mannes, der mit seinen buschigen weißen Augenbrauen und seinem schneeweißen Haar an die alttestamentarischen Patriarchen erinnerte. Er war damit beschäftigt, Wildnetze und Matten zu flechten. Der Alte in seiner Blindheit hatte etwas Rührendes. Er kam zu uns, begrüßte uns und sagte: „Ich bin blind, aber ich höre alle Eure Schritte, Eure Reden; wenn ich Euch auch nicht sehen kann, so freue ich mich doch über Euer Kommen."
Beim Akiden 5adallah «s.:..;..:..;.««.:^
Nach einer halben sehr beschwerlichen Stunde des Kletterns hatten wir das Plateau erreicht. Im weiten Umkreis erblickten wir das Land im Glanz der untergehenden Sonne. Hell leuchteten die silbernen Stämme der Palmen. Ihre dunklen, silhouettenhaften Kronen glühten in dem Licht des scheidenden Tages.
Wir kamen zur Boma (Festung) des Akiden Sadallah. Er war ein fester hoher Palisadenbau, durch Stacheldraht geschützt. Außerdem war rund herum noch eine Hecke kleiner Agaven gepflanzt. Sobald sie herangewachsen sein werden, bilden sie eine undurchdringliche Mauer, noch uneinnehmbarer als die Palisaden.
Vor vier Iahren wurde dieser Platz im letzten Aufstand von den Aufständischen belagert. Der damalige Akide Saidi Makotshera wollte sich ihnen trotz allen Drängens nicht anschließen. Er beharrte vielmehr in seinem Entschlüsse, den Weißen treu zu bleiben. Tagelang widerstand er mit seinen Leuten ihrer Gewalt. Immer aussichtsloser wurde seine Lage, 120