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Im dichten Pori : Reise- und Jagdbilder aus Deutsch-Ostafrika / von Margarethe v. Eckenbrecher
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Ein stiller Tag.

Ein stiller Tag ^4.<.4>->^4"j^->->4>4":">4>4'<'4--Z'^«^^«4'

Auf den Schamben fingen gerade die Leute mit der Arbeit an. Vor den Hütten brannten kleine Feuer. Kräuselnd stieg der blaue, beißende Rauch zum Himmel. Nackte Kinder mit dicken Bäuchen hockten daran.

Am Wasser suchten mein Mann und ich nach möglichst frischen Spuren, die wir aufzunehmen gedachten, fanden aber nichts Besonderes. So ließen wir uns vom Zufall treiben und streiften planlos durchs Dickicht, überall nach Wind spähend.

Da raschelt es dicht neben uns. Mit klugen, hellen Augen lugt eine hochbeinige Bisamratte aus dem Blättergewirr nach uns hin. Wie Sammet scheint ihr braunschwarzes Fell. Die großen Ohren sind gespitzt. Plötzlich entschließt sie sich und springt dicht an uns vorbei. Mit größter Wichtigkeit, mit höchstem Selbstbewußtsein bewerkstelligt sie ihre Flucht. So, als ob es auf der ganzen Welt nichts Edleres, Weidgerechteres gäbe als dies kleine Vieh. Im eiligen Lauf hält sie inne. Drei-, viermal dreht sie sich nach uns um. Da, glücklich findet sie ein Loch, in das sie sich verkriecht.

Wir gehen bergauf, bergab, durch Flächen mit dichtem Röhrengras bestanden, durch Urwälder und Schlingpflanzen. Hügel mit schroffem Fels erklettern wir. Mühsam steigen wir hinab ins kühle Tal. Jetzt kommen wir an den Rand eines Bambuswaldes. Kerzengerade stehen die schönen, schlanken Stämme. Da ertönt mächtiges Geschrei. Ein Affenvolk, 20 bis 3V an der Zahl, hockt hier und schreit und schimpft und zankt sich. Jede Tonart, Baß, Tenor, Bariton, ist zu hören. Abseits auf einem Stamme sitzt eine kleine, kokette Affendame. Sie verdreht die Augen und zupft an sich herum und tut so furchtbar gleichgültig, als ob sie der ganze Zank nicht das ge-

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