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Im dichten Pori : Reise- und Jagdbilder aus Deutsch-Ostafrika / von Margarethe v. Eckenbrecher
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Lagerleben.

mitgebracht haben; hauptsächlich litten die Wasuaheli daran. Verschiedene hatten auch starken Rheumatismus.

Ich konnte hier sowohl wie seinerzeit in Südwest beob­achten, daß die Neger ängstlich und empfindlich sind bei inneren Krankheiten, wo sie den Grund ihres schlechten Befindens nicht erkennen können. Sehr tapfer sind sie dagegen im Ertragen von Schmerzen, die von sichtbaren Verwundungen und Ver­letzungen herrühren. Geradezu sprichwörtlich ist ihr edelster Teil, der berühmte harte Schädel.

Fremde Washenzi kamen auch noch, aber nicht mehr in solchen Mengen, seit ich ein schwerkrankes Kind nach Lindi ins Hospital geschickt. Meine Wundermedizin war aber immer noch stark begehrt.

Hatte ich meine Kranken besorgt, dann hieß es, sich um den Haushalt kümmern. Das Lager mußte gereinigt, das Zelt nachgesehen werden. Es gab große Wäsche, Brotbacken, und die Boys mußten fühlen, daß hin und wieder die Zügel etwas straffer gezogen wurden. Namentlich im Anfang meiner Herr­schaft hatte ich mancherlei Kämpfe mit ihnen zu bestehen, weil sie es nicht kannten, sich der Autorität einer weihen Frau zu beugen. Gehindert wurde ich sehr durch meine Unkenntnis des Kisuaheli. Deshalb setzte ich meinen ganzen Ehrgeiz hinein, diese Sprache so schnell wie möglich zu lernen.

Mein Koch war besonders eigenwillig. Wenn ich ihn rief, kam er nur widerstrebend, und wenn ich im Anfang das shauri ya chakula", die Essensberatung, mit ihm abhielt, so lächelte er herablassend und ging zu meinem Mann. All­mählich gewöhnte er sich aber an mich trotz aller Mißver­ständnisse. Einstmals schlug er mir vor:Heute mittag, wir haben Wasserbockfleisch, da kann es »futschi asi« geben." Ich dachte nach: futschi asi hatte ich noch nie gehört. Er wieder-

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