II, Am Mbenturu.
daß sie jedenfalls zur Nacht zum Wasser schleichen würden. Die Wangoni, die zunächst des Wassers wohnten, bekamen auch Angst. Deshalb schlugen sie ihre Lagerstelle vorsichtiger- weise dichter bei unserem Zelte auf.
Wir warteten. Das erste Viertel des Mondes schwamm in der tief blauen Luft. Tiefer neigte sich das südliche Kreuz. Die Löwen ließen uns in Ruhe.
Die Nächte so dicht am Wasser sind kühl und feucht. Um Mitternacht lassen uns die Ratten nicht schlafen, die zahllos über das Zeltdach trippeln. Gegen morgen fällt der Tau so dicht, daß es sich wie Regen anhört. Straff von der Feuchtigkeit sind die Leinen des Zeltes. Um halb fünf steht mein Mann auf, um fünf marschiert er ab mit langen Schritten. Ich schlief wieder ein. Als ich aufwachte, sah ich in einen bleigrauen, schweren Himmel. Es triefte von den Bäumen auf das Dach des Zeltes. Ein feiner sprühender Tau überzog alles mit einem Netz aus Perlen. Sogar in den Maschen unserer Moskitonetze hing er. Sehr ungern stand ich auf. So sehr ich konnte, eilte ich mich beim Anziehen der feuchten Kleider und stürzte fröstelnd die erste Tasse heißen Kaffees herunter. Vor Kälte zitternd standen die Leute.
Lagerleben <'54^555-5-554">54^
Einer unserer Führer meldete sich krank an Malaria, gleich danach noch sechs Wangoni. Sobald ich im Lager blieb, war ich als Heilarzt sehr in Anspruch genommen. Ich teilte meine Patienten in drei Gruppen, 1. in die ernstlich, hauptsächlich Malaria-Kranken, 2. in die, die sich überessen hatten, 3. in die, die verbunden werden mußten. Malaria hatten die Leute zu Anfang viel. Sie mochten die Infektion wohl von der Küste 84