II, Am Mbenkuru,
auf den Löwen ein, um ihm das Kind abzujagen. Daraufhin ließ er das Kind und wandte sich gegen eine der Frauen, die er forttrug und zerfleischte.
Dieser selbe Löwe lag nachmittags in der Dorfstraße und erwartete sein Opfer. In vier Hütten war er bereits eingebrochen und hatte mehr als zehn Menschen geschlagen. Die Leute hatten ihre Häuser dicht verrammelt und getrauten sich nicht mehr auf die Straße. Zuletzt holte er ein altes, krankes Weib, das auf der Kitanda (Bett) lag, und zerrte es durch die Bambusstäbe des Häuschens. Da ermannte sich der Jumbe (Ortsvorsteher) und erbat sich eine Falle von der Regierung. Den Leichnam der Frau benutzte er als Köder. So erst gelang es, den Löwen zu fangen.
Noch unglaublicher klingt es, daß ein Löwe eines Nachts aus dem Kreis tanzender Männer hintereinander vier Leute weggeholt haben soll, ehe sich die Festteilnehmer entschlossen, nach Hause zu gehen.
Beim )umben Omare
Unser Tagesziel war der Platz Nanundu, am Mbenkuru- fluß gelegen. Ein liebevoll angelegter, aber unpraktisch in der Mitte gewölbter Lehmweg führte uns hin. Nanundu machte einen sehr sauberen, aber toten Eindruck. An die fünfzig kleiner Hütten standen dicht aneinandergereiht zu beiden Seiten der Barra-barra. In der Mitte des Platzes lag das auf Regierungsbefehl gebaute Rasthaus. Die Wände entlang liefen aus Lehm gebaute Sitze. An der einen Seite erhob sich eine Lehmstufe, auf der ein sehr schön geschnitzter Sessel stand. Es war der Platz des Richters oder seines Vertreters, des Iumben, der dort die großen Schauris (Gerichtsverhandlungen) abhielt. Etwas weiter abseits stand die Halle für die Askaris. 46