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II, Am Mbenkuru.
worden. Als sie gebracht wurden, war ihr Alter auf vier Tage geschätzt, und guter Rat teuer, wie die kleinen Geschöpfe ernährt werden sollten. Schließlich fand sich in der Ausrüstung eine Injektionsspritze, die, mit kondensierter Milch gefüllt, die Saugflasche ersetzen mußte. Sie tat es so gut, daß die Tierchen sich prächtig entwickelten. Die kleinen Dinger kannten ihre Trösterin so genau, daß sie sofort in ein jämmerliches Geschrei ausbrachen, sobald sie ihnen vorgehalten wurde. Um sie zu erreichen, entwickelten sie eine fabelhafte Behendigkeit. Durch unglaubliche Kletterübungen gelang es ihnen, an dem schützenden Drahtgitter in die Höhe zu kommen. Der Affe, der sie bemuttern zu müssen glaubte, war in Heller Verzweiflung. An Schwanz und Beinen zog er sie jedesmal herunter, wenn sie meinten, die Höhe gewonnen zu haben.
In einer Ecke des kleinen Verschlags saß eine phlegmatische Schildkröte. Aber Affe und Leoparden behandelten sie trotz ihrer Harmlosigkeit mit größtem Mißtrauen. Der Affe ließ sie nicht aus den Augen und schrie laut auf, sowie sie sich bewegte.
Die Ausgrabungen auf Tendaguru waren für die Leute der ganzen Umgegend Gegenstand des allgemeinen Interesses. Sogar die vornehmen Iumben kamen herbei, um die merkwürdigen Knochen zu besehen. Da sich die gute Behandlung, die die beiden Herren den Leuten angedeihen ließen, herumsprach, und außerdem hohe Löhne bezahlt wurden, so fanden sich Arbeiter in Mengen ein. Fünf Wangoni waren dreißig Tage marschiert, um sich auf Tendaguru anwerben zu lassen.
Viel kommt natürlich auf das Ansehen an, das sich der Europäer zu verschaffen weiß. Hat er erst das Vertrauen der Leute, so lassen sie sich willig leiten. Anderseits aber verlangen sie auch, daß der Weiße ihnen in all ihren Angelegenheiten hilft. Er muß Briefe schreiben, Streitigkeiten schlichten, muß den 44