I. Ausreise.
Genuß. Der „Gouverneur" hatte Papa, d. h. getrockneten, höchst übelriechenden Haifisch, in großen Mengen geladen. Dazu kamen die vielen Inder als Passagiere für Bombay, die zu jeder Tageszeit Zwiebeln in großen Mengen brieten und verzehrten. Sie hatten ihre Küche, zwei offene kleine Herde, auf dem Vorderdeck, so daß ein intensiver Zwiebelgeruch über dem ganzen Schiffe lag. Papa und Zwiebeln und ein steifer Monsun — das war genug, um die drei Tage bis Lindi endlos lang erscheinen zu lassen.
Wir kamen an Bagamoyo vorbei, das ehemals eine große Bedeutung hatte. Führte doch von dort aus die größte Karawanenstraße ins Innere. Noch gar nicht lange ist es her, daß dort Tausende und Abertausende von Trägern in mühseliger Wanderung ankamen, um ihre Schätze, Elfenbein, Gummi, Erdnüsse, Felle und Kokosnüsse, zu Markt zu bringen. Der Hafen ist schlecht. In dem Maße, wie Daressalam, Kilroa und Lindi aufblühen, ist Bagamoyo zurückgegangen. Jetzt ist es eine tote Stadt.
Südlich von Bagamoyo liegt Kilwa. Wegen hohen Seeganges war keine Möglichkeit, hier zu landen. In der scheidenden Abendsonne leuchteten die blauen Matumbiberge. Wehmütigen Herzens sandte ich meine Grüße hinüber. Dort hatte mein ältester Bruder gearbeitet und gekämpft. Dort war er 1905 im Ausstand gefallen. Nun schläft er den langen Schlaf unter den Palmen von Kilwa auf dem kleinen Europäerfriedhof, und der Indische Ozean singt ihm dazu das Schlummerlied.
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Am 29. Juni, nach fünfeinhalbwöchiger Seereise, trafen wir endlich in Lindi ein.
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